Kinder - eine begehrte Ware

Der Handel mit Kindern zu sexuellen Zwecken nimmt rapide zu. In unserer globalisierten Welt sind Kinder eine begehrte Ware, denn mit ihnen lässt sich schnell und viel Geld verdienen. Skrupellose Schlepper und internationale Menschenhändlerringe sind überall auf der Welt aktiv. Sie kaufen, locken oder verschleppen jährlich Hunderttausende von Minderjährigen in die Prostitution. Das Geschäft beschränkt sich schon lange nicht mehr auf wenige Handelsrouten. Kinder aus Laos und Burma werden nach Thailand verkauft. Mädchen aus Rumänien und Moldawien werden sowohl nach Westeuropa, als auch nach Kambodscha in die Prostitution gehandelt. Kinder aus südostasiatischen Ländern finden sich in Bordellen Europas und den USA. Thailändische Mädchen werden über Singapur nach Südafrika verschickt. Gleichzeitig rekrutieren die Verbrecherringe Minderjährige - nicht selten schon Vierjährige - im südlichen Afrika, um sie über Kapstadt oder Durban nach Südostasien zu verkaufen.

Insbesondere Kinder, die in Armut oder in schwierigen Familiensituationen leben, oder deren Heimat von Kriegen und bewaffneten Konflikte betroffen sind, werden von den Händlern ausgesucht. Nicht selten sind die örtliche Polizei oder andere Behörden in die kriminellen Machenschaften verwickelt.

Für die Menschenhändler, die Vermittler und die Bordell- und Barbesitzer ist es ein Geschäft mit geringem Risiko. Die Täter kommen in der Regel ohne Bestrafung davon, denn es fehlt an wirksamen Gesetzen. Oftmals werden sogar die Opfer kriminalisiert, weil sie sich illegal in dem Land aufhalten. Viele der Opfer werden jahrelang ausgebeutet. Mit der Flucht oder Abschiebung durch die Behörden in die Heimat beginnt nicht selten der Kreislauf von Verschleppung und sexueller Ausbeutung von neuem.

Um den Handel mit Kindern zur sexuellen Ausbeutung zu beenden, müssen die Regierungen endlich die Kinderrechtskonvention umsetzen. Gehandelte Kinder, die häufig illegal ins Land kommen, finden nicht den Schutz und die Hilfe, die sie aufgrund der weltweit ratifizierten UN-Kinderrechtskonvention erwarten könnten.

Seit 2012 gibt es die neue EU-Strategie zur Bekämpfung von Menschenhandel, die sich auch in einigen Aspekten spezifisch auf den Kinderschutz bezieht.

EU-Strategie

Das Beispiel Südafrika

Kinderhandel ist in Südafrika ein äußerst erträgliches Geschäft. Alle Länder im Südlichen Afrika sind Herkunftsländer der Opfer, Durchgangsländer und Zielländer des Kinderhandels. Viele der Routen enden jedoch in der Republik Südafrika, denn dort gibt es die besten Bedingungen für das kriminelle Geschäft, weiß Jonathan Martens, der regionale Vertreter der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Das Geschäft floriert, nach Meinung des IOM Experten, und für die Länder im Südlichen Afrika habe die Problematik überhaupt keine Wichtigkeit. Es interessiere hauptsächlich die illegale Einreise.

Erst langsam wird den Regierungen die Wichtigkeit einer Politik, die sich gegen jegliche sexuelle Ausbeutung und Kinderhandel wendet, verständlich. Nun hat die Regierung in Südafrika auch ein Programm für Kinder gestartet. Im Rahmen dieses Programms wurde ein Faltblatt, das die Rechte und die Pflichten der Kinder auflistet und über eine Kinder- und eine Polizei-Hotline informiert, herausgegeben.