Pressemitteilung des BMFSFJ "Bekämpfung von Menschenhandel braucht Aufklärung und Kooperation"

Freiburg/Berlin, 31.07.2017 - Anlässlich des gestrigen Welttags gegen Menschenhandel veröffentlichte das BMFSFJ die Pressemitteilung "Bekämpfung von Menschenhandel braucht Aufklärung und Kooperation". Darin spricht sich die neue Familienministerin Dr. Katarina Barley für eine koordinierte, vertrauensvolle Zusammenarbeit von Jugendämtern, Polizei und weiteren Akteuren aus. Dies soll durch ein Kooperationskonzept ermöglicht werden, das Fachkräften Handlungsorientierungen für kindeswohlorientierte Hilfen, Schutz und Strafverfolgung gibt.
ECPAT Deutschland e.V. unterstützte das Familienministerium bei der Ausarbeitung dieser fachspezifischen Handlungsempfehlungen und begrüßt sehr das Engagement der Bundesregierung. Nach der baldigen Veröffentlichung des Kooperationskonzeptes geht es ab Herbst an seine Umsetzung in den Ländern. ECPAT Deutschland wird auch diesen Prozess beratend begleiten und appelliert an die Ländervertretungen, die Chance für eine Stärkung der Kinderschutzstrukturen zu ergreifen.   

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Appell an den Bundesrat: Keine 2-Klassen-Jugendhilfe!

Freiburg/Berlin, 1. Juni 2017 - Durch den aktuellen Gesetzentwurf im SGB VIII ist die Gleichstellung von Kindern und Jugendlichen vor dem Gesetz gefährdet.
In der Sitzung des Bundesrates am 2. Juni werden die Mitglieder des Bundesrates über eine Reform abstimmen, bei der die Gruppe unbegleiteter minderjährigen Geflüchteten zu Jugendlichen zweiter Klasse werden. Unter anderem ermöglicht eine Länderöffnungsklausel, dass geflüchteten jungen Menschen die Kostenerstattung für Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen verweigert werden kann. Es ist zu befürchten, dass aus Kostengründen dieses Vorgehen zukünftig oftmals Anwendung findet.
Doch damit fallen wichtige Unterstützungsmaßnahmen für eine Integration weg. Es wäre fatal, wenn junge Geflüchtete sich selbst überlassen werden. Es ist zu befürchten, dass sie dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich zu radikalisieren und zu kriminalisieren.
Kinderrechtsorganisationen wie ECPAT Deutschland und Flüchtlingsgruppen setzen sich seit Monaten vehement gegen diese Klassenentwicklung ein und appellieren an die Mitglieder des Bundesrates, diesen Gesetzentwurf nicht in dieser Form zu verabschieden. Die Änderung des SGB VIII muss im Einklang mit der UN-Kinderrechtskonvention, nach der alle jungen Geflüchteten gleichermaßen ein Anrecht auf Unterstützung und Förderung haben.

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Pressemitteilung: Geplantes Gesetz muss das Wohl der betroffenen Kinder berücksichtigen

Freiburg, 22.02.2017 - 21 Verbände und Organisationen fordern, dass im Rahmen des Gesetzesvorhabens „zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“ das Wohl der betroffenen Kinder vorrangig berücksichtigt wird. Die Organisationen warnen davor Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien in Deutschland Asyl suchen, zeitlich unbegrenzt in Erstaufnahmeeinrichtungen unterzubringen. Die Erstaufnahme ist für die kurzfristige Erstunterbringung konzipiert und ist daher nicht darauf ausgelegt, Kinder und Familien in der sozialen, schulischen und Arbeits-Integration zu unterstützen. Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte bieten selten kindgerechte Räume und Aktivitäten an. Außerdem sind Kinder in Massenunterkünften exponiert für Personen zugänglich, die gezielt oder aus der Gelegenheit heraus Kinder missbrauchen oder ausbeuten. ECPAT sieht hier weitere Schutzlücken für Kinder entstehen.

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