ECPAT Deutschland e.V. unterstützt die aktuelle Stellungnahme als Teil der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zur laufenden Debatte über Altersbeschränkungen und Zugangsregulierungen in sozialen Medien.

Vor dem Hintergrund zunehmender Forderungen nach pauschalen Verboten oder strikten Altersgrenzen macht die Stellungnahme deutlich: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum ist dringend notwendig, darf jedoch nicht durch undifferenzierte Ausschlüsse erfolgen. Solche Maßnahmen greifen zu kurz und können die Rechte junger Menschen auf Teilhabe, Information und freie Meinungsäußerung unverhältnismäßig einschränken.

Stattdessen fordert die National Coalition eine konsequente Ausrichtung politischer Maßnahmen an den Kinderrechten. Im Zentrum stehen dabei das Kindeswohl, das Recht auf Schutz vor Gewalt sowie die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen. Digitale Räume sind längst ein wesentlicher Teil ihrer Lebensrealität – entsprechend müssen Schutzkonzepte dort wirksam ansetzen, ohne junge Menschen aus diesen Räumen zu verdrängen.

Die Stellungnahme hebt insbesondere die Verantwortung von Plattformanbietern hervor: Sie müssen sichere, altersgerechte und kindgerechte Online-Umgebungen schaffen. Dazu gehören wirksame Präventions- und Schutzmechanismen, transparente Beschwerdestrukturen sowie die konsequente Bekämpfung von Risiken wie Cybergrooming, sexualisierter Gewalt und Ausbeutung und jugendgefährdenden Inhalten.

Zugleich wird betont, dass politische Maßnahmen evidenzbasiert, verhältnismäßig und nachhaltig wirksam sein müssen. Neben regulatorischen Ansätzen braucht es deshalb auch medienpädagogische Angebote, Aufklärung sowie die Stärkung der digitalen Kompetenzen von Kindern, Jugendlichen und Bezugspersonen.

ECPAT Deutschland e.V. teilt diese Perspektive ausdrücklich: Ein wirksamer Schutz vor sexualisierter Gewalt im digitalen Raum gelingt nur, wenn Kinderrechte ganzheitlich berücksichtigt werden und alle relevanten Akteur*innen – Politik, Plattformen und Zivilgesellschaft – gemeinsam Verantwortung übernehmen.