Advocacy-Arbeit zum Kinderschutz

In unserer Advocacy-Arbeit vertreten wir bei ECPAT Deutschland die Interessen von Kindern und Jugendlichen, damit alle in Politik, Strafverfolgung, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft Verantwortung übernehmen und Kinderschutzmaßnahmen verankern. Dazu bringen wir unsere Positionen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel sowie zum Thema Kinderrechte aktiv auf nationaler und internationaler Ebene in politischen Gremien und Stellungnahmen ein.

ECPAT ist seit 30 Jahren in der Advocacy-Arbeit im Bereich Kinder- und Jugendschutz tätig. Trotz erzielter Erfolge gibt es weiterhin viel zu tun. Täglich sind Kinder und Jugendliche von sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel betroffen.

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jede Person kann in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich einen Beitrag leisten.

Aktuelle Maßnahmen

Nationaler Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Der Nationale Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen bildet ein Forum für den Dialog zwischen Verantwortungsträger*innen aus Politik und Gesellschaft. ECPAT ist an der Umsetzung und Begleitung von Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel im Rahmen des Nationalen Rates beteiligt.

Ein abgeschlossenes Projekt fand in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutzzentren von 2020 bis 2024 statt.

Bereiche der Advocacy-Aktivitäten

Das Staatenberichtsverfahren zur Überprüfung der Umsetzung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ermöglicht es ECPAT gemeinsam mit Partnern, Schutzlücken zu benennen und staatliche Akteur*innen in die Pflicht zu nehmen. Die Umsetzungsverpflichtung der UN-Kinderrechtskonvention und des Fakultativprotokolls zur sexuellen Ausbeutung von Kindern (OPSC) sind wesentliche Grundlagen unserer Advocacy-Arbeit.

Während die UN-Kinderrechtskonvention alle kinderrechtlichen Bereiche abdeckt, widmet sich das “Fakultativprotokoll zum Verkauf von Kindern, zur Kinderprostitution und zur Kinderpornografie” (OPSC) explizit Vorgaben, um Kinder und Jugendliche vor sexueller Ausbeutung und Menschenhandel zu schützen.

Den Zivilgesellschaftlichen Bericht im Kontext des fünften und sechsten Staatenberichts der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes finden Sie hier auf und deutsch und englisch.

Der gesamte ergänzende Bericht der National Coalition, an dessen Erstellung ECPAT mitgewirkt hat, findet sich online unter https://umsetzung-der-kinderrechtskonvention.de.

Teil der Advocacy-Arbeit von ECPAT ist die Gremienarbeit zusammen mit Vertreter*innen aus Politik, Justiz, Behörden, Privatwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. In diesem Kontext unterstützen wir bei der Entwicklung adäquater Lösungsansätze zur Prävention von sexualisierter Gewalt, Ausbeutung, Menschenhandel, Betroffenenidentifizierung, dem Kinderschutz und der Strafverfolgung.

ECPAT ist in folgenden Netzwerken und Gremien vertreten:

  • Berichterstattungsstelle Menschenhandel am Deutschen Institut für Menschenrechte (Beiratsmitglied)
  • Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (Beiratsmitglied in Vertretung der National Coalition / Netzwerk Kinderrechte)
  • Branchendialog “Tourismus für nachhaltige Entwicklung” des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Mitglied)
  • Bund-Länder-Arbeitsgruppe Menschenhandel (Mitglied)
  • Bund-Länder-Arbeitsgruppe Bekämpfung des Menschenhandels zum Zweck der Arbeitsausbeutung (Mitglied)
  • DRV Deutscher Reiseverband e. V. (Mitglied der AG Kinderschutz)
  • ECLAG – European Child Sexual Abuse Legislation Advocacy Group (Mitglied)
  • ECPAT International
  • EU Civil Society Platform against trafficking in human beings (Mitglied)
  • forum anders reisen e.V. (Mitglied des wissenschaftlichen Beirats)
  • Expert*innenkreis “Kinderrechte im digitalen Raum” des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. (Mitglied)
  • National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V. (Mitglied im erweiterten Vorstand)
  • Nationaler Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen (Mitglied)
    • AG Schutz vor Ausbeutung und internationale Kooperation
    • Bündnis gegen sexualisierte Gewalt im digitalen Raum
  • Roundtable Human Rights in Tourism e.V. (Vorsitz des Vorstands)
  • VENRO – Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (Mitglied der AG Kinderrechte)

Unsere Botschaft lautet: „Wir müssen keine neue Sprache lernen, wir müssen nur bewusster mit ihr umgehen!“

Sprache schafft Wirklichkeit, deshalb machen wir von ECPAT uns stark für einen reflektierten Sprachgebrauch.

Der bewusste Umgang mit und die Aktualisierung zentraler Begrifflichkeiten und ihrer Bedeutungen sind ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zum Kinderschutz vor sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel zu stärken. Auf unserer Website www.ecpat.de/terminologie bieten wir vielfältige Hilfen und Vorschläge für einen reflektierten Umgang mit Sprache in Bezug auf sexualisierte Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel mit Kindern und Jugendlichen an.

Erfahren Sie mehr über angemessene Sprache und überprüfen Sie Begrifflichkeiten im Begriffscheck.

Sprache und die Nutzung von Begriffen ändern sich kontinuierlich.

Beteiligung

Kinder- und Jugendpartizipation

Nach Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention sind Kinder und Jugendliche in allen Belangen und Fragen, die sie betreffen, einzubeziehen. Wir sind überzeugt: Nur eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht erfolgreiche Strategien und Programme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.

ECPAT Deutschland e. V. setzt sich für eine starke Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei den unterschiedlichen Maßnahmen zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel mit Kindern und Jugendlichen ein. Über unser eigenes Netzwerk organisieren wir aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Form zeitlich befristeter Aktivitäten, Aktionen und Projekte.

Kooperation mit und Beteiligung von Betroffenen

Wir wollen mit Betroffenen sprechen, nicht nur über sie. ECPAT macht sich stark für eine inklusive Beteiligung und Zusammenarbeit mit Betroffenen, die sexualisierter Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel erfahren haben.

ECPAT kooperiert hierfür auf nationaler Ebene mit Akteur*innen des Betroffenenrates bei der UBSKM und auf internationaler Ebene ist das Brave Movement für uns ein inspirierender und wichtiger Partner.

Videos

Video zur Konferenz „WISSEN was die Praxis SCHAF(f)T – Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und Praxis im Dialog“

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Video zur Netzwerkkonferenz „Aktionsplan im Dialog:

Die Jugenddelegationsreportage“

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Publikationen

ECPAT Positionspapier (August 2021): Welche Auswirkungen hat die Covid-19-Pandemie auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern?

Hier geht es zum Positionspapier (PDF).

Bericht zur UN-Kinderrechtskonvention: ECPAT Deutschland (2018): Zivilgesellschaftlicher Bericht zum Fakultativprotokoll betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornografie (OPSC)

Finden Sie hier den ausführlichen Bericht (PDF).

Materialien Kinder- und Jugendpartizipation: BMFSFJ (2019): Was ihr tun könnt, wenn Kinderrechte verletzt werden

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Materialien Kinder- und Jugendpartizipation: ECPAT International (2016): Placing Children’s voices at the Heart of Organisations that serve them. Lessons from governance with children who have experienced commercial sexual exploitation

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Materialien Kinder- und Jugendpartizipation: DIMR (2016): Beteiligung von Kindern und Jugendlichen – ein Beispiel aus der entwicklungspolitischen Praxis

Hier können Sie das PDF herunterladen.