Kinderschutz vor Menschenhandel

Der Handel mit und die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist eine Kindeswohlgefährdung und Straftat. Betroffene Kinder und Jugendliche von Menschenhandel verrichten Tätigkeiten, durch die eine andere oder mehrere Personen profitieren.

Hierzu zählt Menschenhandel zum Zweck:

  • der sexuellen Ausbeutung
  • der Ausbeutung zur Begehung von strafbaren Handlungen (u. a. Drogenhandel, Diebstahl)
  • der Ausbeutung von Betteltätigkeiten
  • der Arbeitsausbeutung
  • der Ausbeutung durch Zwangsheirat
  • der Adoption
  • der Organentnahme
  • der Ausbeutung von Leihmutterschaft

Menschenhandel kann national und über Ländergrenzen hinweg erfolgen. Die Täter(*innen) sind entgegen der geläufigen Vorstellung nicht zwangsläufig organisierte kriminelle Gruppen – auch einzel Personen, Bekannte, Partner*innen oder Familienangehörige können Menschenhandel und Ausbeutung begehen. Der Nachweis der Tathandlung und des ausbeuterischen Zwecks ist für die Erfüllung des Straftatbestands Menschenhandel bei Kindern und Jugendlichen ausreichend. Das Vorliegen unerlaubter Tatmittel ist hierfür nicht erforderlich, ebenso wenig wie ein Nachweis, dass eine Zwangslage oder Hilflosigkeit ausgenutzt wurde. Juristisch wird damit anerkannt, dass Kinder und Jugendliche niemals der eigenen Ausbeutung zustimmen können.

Wesentliches Merkmal des Menschenhandels sind Abhängigkeitsverhältnisse, in denen Betroffene sich befinden. Oft ist die Ausbeutung auf den ersten Blick nicht klar erkennbar. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden häufig nicht als Betroffene erkannt oder nehmen sich oft selbst nicht als Betroffene wahr. Betroffene Kinder und Jugendliche erhalten dadurch keine oder keine ausreichende Unterstützung.

ECPAT ist die Fachorganisation in Deutschland beim Kinderschutz vor Menschenhandel und Ausbeutung. Als verlässliche Partnerin von Politik und Fachwelt vertritt ECPAT die Rechte betroffener Kinder und Jugendliche auf nationaler und internationaler Ebene. Durch politische Arbeit, Beratung von Politik, Behörden, Institutionen und Praxis, Förderung von multidisziplinären Netzwerken, Umsetzung des Bundeskooperationskonzepts, Schulungsangebote und Publikationen trägt ECPAT dazu bei, Schutzstrukturen zu stärken, Fachwissen sowie Handlungskompetenz zu vermitteln und die Identifizierung sowie Unterstützung betroffener Kinder und Jugendlicher zu verbessern.

Bei ECPAT führen wir gezielt Schulungen, Fachtagungen und Informationsarbeit mit Fachkräften durch, die in Kontakt mit betroffenen Minderjährigen stehen könnten. Ziel ist es, Wissen zum Kinderschutz vor Menschenhandel zu vermitteln, zu Anzeichen auf Handel mit Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren, Handlungssicherheit im Umgang mit Betroffenen zu fördern und über mögliche Schutzmaßnahmen und Unterstützung für Betroffene aufzuklären.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der interdisziplinären Vernetzung von Jugendamt, Kinder- und Jugendhilfe, Fachberatungsstellen, Polizei, Justiz, Ausländerbehörden, BAMF sowie weiteren Institutionen und Behörden. Nur durch eine strukturierte Zusammenarbeit aller relevanten Fachkräfte können betroffene Kinder und Jugendliche umfassend vor Menschenhandel und Ausbeutung geschützt werden.

Hier finden Sie bundesweite Anlaufstellen, Beratungsangebote und regionale Netzwerke zur Unterstützung von betroffenen Kindern und Jugendlichen des Menschenhandels.

Aktuelle Projekte

„Gemeinsam stark: Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Menschenhandel und Ausbeutung“ zur Umsetzung des Bundeskooperationskonzepts „Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

#PreventTrafficking – Power up! Kinder und Jugendliche vor Menschenhandel schützen

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

Relevante Publikationen

Publikation

Bundeskooperationskonzept „Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Publication

Federal cooperation concept »Protection and help in cases of trafficking in and exploitation of children«

Download the PDF here.

Arbeitshilfe für die Praxis

„Handel mit und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen erkennen und reagieren“

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Factsheet

„Instrumente und Standards der UN und EU gegen Menschenhandel mit Minderjährigen und deren Umsetzung in Deutschland“

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Factsheet

“Beratungsangebote für Fachkräfte in Jugendämtern. Gegenwärtige Praxis und Potentiale.”

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Eine Ergänzung des Terminolo­gischen ­Leitfadens zum Schutz von ­Kindern und Jugendlichen vor sexueller Ausbeutung und ­sexualisierter Gewalt

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Hintergrundinformationen und Anregungen zum Thema: Kinder und Jugendliche aus Vietnam als Betroffene des Menschenhandels

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Studie (2025)

Taschengeld-Treffen: Sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen und die Rolle von Online-Anzeigenportalen

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Factsheet Nr. 3 (2025)

Taschengeld-Treffen: Sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen und die Rolle von Online-Anzeigenportalen

Hier können Sie das PDF herunterladen.

Factsheet No. 3 (2025)

Pocket Money Dates: Sexual Exploitation of Children and the Role of Online Advertising Platform

Download the PDF here.