Freiburg, 03.02.2026 – 109 Organisationen und Expert*innen aus ganz Europa fordern die Europäische Union auf, den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum endlich entschlossen voranzubringen und eine starke Verordnung gegen sexualisierte Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen zu verabschieden.
Seit Jahren wird in der EU über die sogenannte Child Sexual Abuse Regulation (CSAR) diskutiert. Während politische Prozesse stocken, verschärft sich die Realität für Kinder und Jugendliche massiv: Fälle von Grooming, sexueller Erpressung und die Verbreitung von Darstellungen sexualisierter Gewalt – zunehmend auch KI-generiert – nehmen europaweit stark zu. Ohne klare gesetzliche Vorgaben bleiben Online-Plattformen ein Ort, an dem sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche stattfinden und dokumentiert werden kann. Die Folgen für betroffene Kinder und Jugendliche sind gravierend und oft lebenslang.
Die öffentliche Haltung ist eindeutig: Eltern und Bürger*innen in Europa erwarten, dass Politik und Technologieunternehmen mehr Verantwortung übernehmen. Eine große Mehrheit unterstützt Maßnahmen, die das Erkennen, Melden und Entfernen von Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ermöglichen.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie der Schutz der Privatsphäre schließen sich nicht aus. Kinder und Jugendliche haben ein grundlegendes Recht darauf, keine sexualisierte Gewalt und Reviktimisierung zu erleben und nicht dauerhaft durch die Verbreitung solcher Inhalte verletzt zu werden. Eine wirksame Regulierung kann beides leisten.
Europa hat jetzt die Chance, weltweit Maßstäbe für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum zu setzen. Diese Chance darf nicht weiter vertan werden.
Wir fordern: eine starke, wirksame und zeitnahe Verabschiedung der CSAR. Kinder müssen an erster Stelle stehen.