


Berlin, Freiburg, Stuttgart, 1. Juli 2026 – Mit Beginn der Sommerferien startet ECPAT Deutschland e.V. eine bundesweite Aufklärungskampagne gegen sexualisierte Gewalt und Ausbeutung von Kindern im Tourismus und auf Reisen.
Unter dem Slogan „Nicht wegsehen! Anzeichen erkennen! Vorfall melden!“ werden Reisende online und an Bahnhöfen und Flughäfen dafür sensibilisiert, verdächtige Situationen zu erkennen. Reisende können Zivilcourage zeigen und auf der Meldeplattform www.nicht-wegsehen.net Hinweise auf mögliche Fälle sexualisierter Gewalt und Ausbeutung von Kindern im In- und Ausland sowie im digitalen Raum melden.
In Kooperation mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), demBundeskriminalamt und der deutschen Tourismuswirtschaft wird die Kampagne in ganz Deutschland sichtbar. Die Bundespolizei beteiligt sich an den großen Flughäfen und ausgewählten Bahnhöfen an der Plakatkampagne und macht so auf die Meldeplattform aufmerksam.
„Kinderschutz macht keine Ferien! Reisende können im Ausland und beim Urlaub in Deutschland einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie nicht wegsehen. Jeder gemeldete Hinweis hilft, Kinder zu schützen“, sagt Antje Monshausen, Geschäftsführerin ECPAT Deutschland e.V.
„Sexualisierte Gewalt an Kindern ist überall auf der Welt eine Straftat. Wir als Polizei setzen alles daran, dieVerantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist von großer Bedeutung, dass Täter aus Deutschland, die im Ausland Sexualstraftaten verübt haben, auch in Deutschland bestraft werden können“, so Polizeidirektorin Sabrina Krenzler, Geschäftsführerin ProPK.
Auch die Reisebranche übernimmt Verantwortung: Der Deutsche Reiseverband und der Verband Forum Anders Reisen, sowie die Reiseveranstalter DERTOUR Group, Gebeco, Green Tiger Travel, Papaya Tours, Studiosus Reisen die TUI AG unterstützen die Sommerkampagne.
Achim Wehrmann, Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Reiseverband bekräftigt: „Es ist unsere gemeinsame Pflicht, die Reisebranche zu einem sicheren Raum für Kinder weltweit zu machen.“
Flankiert wird die Plakatkampagne von einem umfassenden Social-Media-Kit, das Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen zur Verbreitung nutzen können. Der offizielle Kampagnen-Startpost ist ab 1.7.2026 hier abrufbar: https://www.instagram.com/ecpatgermany/.
Hintergrund:
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist auch im Tourismus ein Problem. Täter(*innen) nutzen dabei oft die Anonymität des Reisens aus. In vielen Reiseländern fehlen Schutzstrukturen für Kinder und das Thema ist tabuisiert. Auch in Deutschland und in europäischen Ländern gibt es Fälle. Die Reisebranche trägt keine Schuld, dass ihre Infrastrukturen für Straftaten genutzt werden, aber sie kann Verantwortung übernehmen: ECPAT Deutschland e.V. arbeitet deshalb eng mit touristischen Unternehmen zusammen, um Mitarbeitende und Reisende zu sensibilisieren und über klare Handlungsoptionen zum Schutz von Kindern zu informieren. Mehr Infos: www.ecpat.de/thecode.
Die Meldeplattform www.nicht-wegsehen.net bietet Reisenden eine einfache Möglichkeit, verdächtige Situationen – etwa auf Campingplätzen, in Bars, Hotels oder auch online –zu melden. Die Hinweise können an das Bundeskriminalamt oder ECPAT übermittelt werden und werden gewissenhaft geprüft und weiterbehandelt.
Partner der Meldeplattform sind:
ECPAT Deutschland e.V. – ist ein bundesweites Netzwerk zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung. ECPAT führt Projekte zur Sensibilisierung und Prävention durch, setzt sich für bessere rechtliche Grundlagen ein und fördert die intensive Zusammenarbeit zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Unternehmen. Die Fachstelle wurde 2001 gegründet und ist Teil des internationalen ECPAT Netzwerkes mit Sitz in Bangkok / Thailand.
jugendschutz.net – fungiert als das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund, Ländern und Landesmedienanstalten für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Die Stelle recherchiert Gefahren und Risiken injugendaffinen Diensten. Sie wirkt darauf hin, dass Verstöße gegen Jugendschutzbestimmungen beseitigt und Angeboteso gestaltet werden, dass Kinder und Jugendliche sie unbeschwert nutzen können.
N.I.N.A. e.V. – nationale Informations- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. N.I.N.A.ist selbst keine Meldestelle, sondern berät bei Vermutungen und Verdacht – auch bei Fällen organisierter sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. Die Beratung erfolgt am Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch und in der Online-Beratung „Schreib-Ollie“.
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)– im Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) werden Konzepte, Medien und Initiativen entwickelt, die über Kriminalität aufklären und Schutzempfehlungen vermitteln. Der Schwerpunkt liegt in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der engen Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und externen Fachleuten.
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Rückfragen und weitere Informationen und Interviewmöglichkeiten:
Antje Monshausen, Geschäftsführung ECPAT Deutschland e.V.
Tel: +49 (0)151-15620404, monshausen@ecpat.de
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)
Tel: +49 (0)711 5401-2062, presse@polizei-beratung.de
Deutscher Reiseverband (DRV)
Tel: +49 (0)30 28406-20, schaefer@drv.de