Jugendliche beteiligen sich

ECPAT Deutschland e.V. setzt sich für eine starke Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei den unterschiedlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der kommerziellen sexuellen Ausbeutung ein.

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Strategien und Programme zum Schutz der Minderjährigen nicht ohne deren Einbindung erfolgreich durchgeführt werden können.

Viele junge Menschen lehnen eine Reduzierung auf die Rolle als Opfer oder als Gefährdete ab. Sie sehen ihren Beitrag zur Lösung des Problems in vielfältigen Funktionen: Als Fürsprecher, als Unterstützer, als Organisatoren, als Informanten und als Entscheidungsträger. 

Der in Stockholm verabschiedete Aktionsplan fordert, Kinder, Jugendliche und deren Familien stärker in die Arbeit einzubinden.

Deshalb sucht ECPAT verstärkt die Zusammenarbeit mit Jugendorganisationen und setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit dafür ein, dass entsprechende Strukturen und Bildungsangebote geschaffen sowie Maßnahmen ergriffen werden, die Jugendliche für ein Engagement gegen Kinderprostitution motivieren.

Euroäischer Tag zum Schutz vor sexueller Gewalt an Kindern Netzwerkkonferenz: Aktionsplan im Dialog

Im Rahmen des europäischen Tages zum Schutz vor sexueller Gewalt an Kindern fanden in vielen europäischen Staaten Aktionen statt. Im Zuge dessen fand vom 17.-18. November in Berlin die Netzwerkkonferenz zur Umsetzung des Aktionsplans der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung statt. Schwerpunkt der Konferenz waren Präventions- und Schutzmaßnahmen sowie Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene. Neben etwa 150 Fachleuten nahm auch eine Jugenddelegation von 27 Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland teil, die sich in unterschiedlichen Organisationen ehrenamtlich für die Prävention von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt engagieren.

Direkt zu Beginn befragten die Jugendlichen den Staatssekretär vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendlichen Herr Kleindiek sowie Herrn Johannes-Wilhelm Rörig (Unabhängiger Beauftragter zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs) auf großer Bühne zum Thema. In der abschließenden Podiumsdiskussion konnten die Jugendlichen ihre zentralen Forderungen einbringen und Ihre Einblicke und Erkenntnisse in einem Kurzfilm festhalten.

Video Netzwerkkonferrenz

Dt.-russischer Austausch von Jugendlichen zu Make-IT-Safe peer experts in Neuss unter der Trägerschaft der Evangelischen Jugend im Rheinland

Düsseldorf, 9.8.2015 - Vom 28.Juli bis zum 9.August 2015 waren rund ein Dutzend Jugendliche aus St. Petersburg bei der Evangelischen Jugend im Rheinland zu Gast. Sieben Mädchen und sieben Jungen aus St. Petersburg zwischen 17 und 25 Jahren. Das Thema Prävention von sexueller Gewalt im Internet haben sie sich selbst gesucht, um Aufklärungsarbeit für Jüngere zu betreiben und vor Gefahren im Internet zu warnen. Ihre Methoden sind spielerische Stationsspiele, die sie hier in Deutschland gemeinsam mit deutschen Jugendlichen weiter entwickelten und während der Ferienspiele in der Martin-Luther-Grundschule in Neuss testeten. Von deutscher Seite nahmen Jugendliche der aej im Rheinland teil, die sich bereits in der Vergangenheit regelmäßig aktiv an ECPAT Aktionen beteiligten. Bereits 2014 hatte Erika Georg-Monney eine internationale Jugendbegegnung mit jeweils rund einem Dutzend deutschen und russischen Jugendlichen in St. Petersburg organisiert. [mehr]

IYPPP - Internationale Jugendkampagne gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung

Die Internationale Jugendkampagne gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung IYPPP (International Young People's Participation Project - Internationales Projekt zur Beteilung junger Menschen, auch bekannt unter dem Namen "IYP ASEC International Young People's Action against Sexual Exploitation of Children" - Internationale Aktion junger Menschen gegen die Sexuelle Ausbeutung von Kindern) wurde von ECPAT International 1997 ins Leben gerufen und hat ihren Sitz in Manila auf den Philippinen.

Die Ziele der IYPPP:

  • Informationsveranstaltungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu organisieren, damit Kinder ihre Rechte kennen, verstehen, respektieren und danach handeln
  • Kindern und Jugendlichen die Beteiligung bei der Konzeption, der Durchführung und der Überwachung der Nationalen Aktionspläne zu ermöglichen
  • Ein internationales Forum zur Verfügung zu stellen, auf dem Kinder und Jugendliche sich treffen, austauschen und die Problematik der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen diskutieren können

Der erste Internationale Jugendkongress in Manila

Erster Höhepunkt IYPPP Kampagne war der im Mai 2000 in Manila stattfindende Internationale ECPAT-Jugendkongress "Standing up for ourselves". Junge Menschen aus 29 Ländern - darunter Opfer von sexueller Ausbeutung und VertreterInnen von Jugendgruppen, die sich gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendliche einsetzen, kamen zusammen, um sich auszutauschen und über ihre unterschiedlichen Erfahrungshintergründe zu berichten. Die jugendlichen TeilnehmerInnen forderten, dass Strategien und Programme zum Schutz von Kindern nicht über ihre Köpfe hinweg geplant und durchgeführt werden. Sie setzen sich insbesondere ein für eine stärkere Vernetzung und intensivere Austauschmöglichkeiten. ECPAT Deutschland e.V. fördert die Sensibilisierung von Jugendlichen zu diesem Themenbereich und unterstützt Gruppen, die sich mit Jugendaktionen an der IYPPP Kampagne beteiligen.

Der deutsche Beitrag in Manila

Die evangelische Jugend der Christuskirchengemeinde Neuss, eine Mitgliedsgruppe der Evangelischen Jugend des Rheinlandes, wurde von ECPAT Deutschland ausgewählt, als Delegierte beim ersten Internationalen ECPAT-Jugendkongress in Manila teilzunehmen. Ausschlag gab deren eigenständig geplante und durchgeführte Jugendaktion zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen. Unter dem Titel "Hose zu und Finger weg" hatten sie 1999 einen Malwettbewerb ausgeschrieben, bei dem Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 25 Jahren Postkarten zum Thema kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern gestalten sollten. Kinder und Jugendliche konnten sich kreativ mit diesem Tabuthema  auseinandersetzen und hatten die Möglichkeit, ihre Sichtweise in der Öffentlichkeit darzustellen. Eine mit Prominenten besetzte Jury prämierte zwei der Arbeiten. Diese wurden in einer Auflage von 273.000 gedruckt und als Freecards, das heißt als Gratis-Postkarten, bundesweit in Gaststätten ausgelegt.

Alle eingesendeten Postkartenentwürfe sowie weitere Informationen zu den Aktionen gegen Kinderprostitution werden auf der Homepage der Jugendkampagne gezeigt.