Sexuelle Ausbeutung im Tourismus

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Sexuelle Ausbeutung im Tourismus 2019-05-07T14:38:48+00:00

Sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus

Sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus geschieht weltweit:
Verborgen oder offensichtlich, innerhalb von Ländern oder über Landesgrenzen hinweg. Doch sowohl die Tourismusbranche als auch wir alle können Kinder schützen.

Sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus

Der Tourismus setzt Kinder besonderen Gefahren sexueller Ausbeutung aus. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die internationalen Touristenankünfte bis 2014 auf 1,1 Milliarden verdoppelt. >>

Kindesschutz im Tourismus

Sowohl Beschäftigte der Reisebranche als auch Reisende selbst können eine aktive Rolle beim Kindesschutz im Tourismus spielen. >>

Kampagne „Nicht Wegsehen” “Don’t look away!”

Im Rahmen der Kampagne „Gegen das Wegsehen“ arbeiten Politik, Tourismuswirtschaft, Zivilgesellschaft und Polizei eng zusammen, um Kinder besser vor sexueller Ausbeutung zu schützen. >>

Wer sind die Täterinnen und Täter?

Sexualstraftäter_innen, die Kinder sexuell missbrauchen und ausbeuten, kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. >>

Sustainable Development Goals (SDGs)

Im September 2015 haben sich Vertreter_innen der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen für den UN-Gipfel zur nachhaltigen Entwicklung in New York getroffen um die Post-2015-Entwicklungsagenda zu entwickeln. >>

Voluntourismus

Die Verbindung von Reisen mit freiwilligem Engagement birgt zahlreiche Schutzlücken, wenn der Freiwilligendienst den Umgang mit Kindern beinhaltet. >>

Sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus

Weltweit zunehmende Ausbeutung und neue Formen – Erkenntnis der „Globalen Studie“

Der Tourismus setzt Kinder besonderen Gefahren sexueller Ausbeutung aus. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die internationalen Touristenankünfte bis 2014 auf 1,1 Milliarden verdoppelt. Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Kontext von Reisen und Tourismus passiert nicht nur in Thailand, Brasilien oder Kenia, sondern genauso in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Durch Einkommensunterschiede, Armut, fehlende Schutz- und soziale Sicherungssysteme erhöhen sich die Risiken für Kinder, ausgebeutet zu werden. Doch auch das Internet und mobile Technologien haben die Zunahme der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus verstärkt, da neue Ausbeutungsformen entstehen und potenzielle Täter_innen leichter Kontakt zu Kindern aufnehmen können.

Die Zahl der Kinder, die auf Reisen und im Tourismus sexuell ausgebeutet werden, hat im Laufe der Jahre stark zugenommen und auch die Strategien der Täter_innen haben sich verändert. Mit einer zweijährigen Globalen Studie zur sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus (Global Study, 2016) hat ECPAT International die bislang größte Datengrundlage in diesem Bereich geschaffen.

Durch neue Formen des Reisens und der Vermittlung touristischer Dienstleistungen sind zusätzliche Risiken entstanden, z.B. im Voluntourismus, Waisenhaustourismus oder Slumtourismus. Diese neuen Tourismusformen sind derzeit noch nicht ausreichend reguliert, so dass Kinder dadurch zusätzlichen Risiken ausgesetzt sind.

„Speak out! “ Video von ECPAT International

Welche Kinder sind betroffen?

Es gibt keine „typischen Opfer“. Mädchen wie Jungen können der sexuellen Ausbeutung zu Opfer fallen. Heute sind sie oft jünger als früher, gehören Minderheiten oder indigenen Gruppen an und/oder leben in Armut. Die ECPAT-Studie zeigt, dass besonders gefährdete Kinder oft familiären Problemen, Armut und Diskriminierung ausgesetzt sind, dass sie arbeiten müssen oder auf der Straße leben. Besonders gefährdet sind auch homo-, bi- oder transsexuelle Minderjährige, die bereits Opfer anderer Formen kommerzieller sexueller Ausbeutung geworden sind.

Kindesschutz im Tourismus

Sowohl Beschäftigte der Reisebranche als auch Reisende selbst können eine aktive Rolle beim Kindesschutz im Tourismus spielen.

ECPAT Österreich und Naturfreunde Internationale – respect

Unternehmensverantwortung

Unternehmensverantwortung bzw. Corporate Social Responsibility (CSR) bedeutet, dass Unternehmen freiwillig sozial verantwortlich handeln. Die Instrumente dafür sind Verhaltenskodizes und Gütesiegel.

Verhaltenskodizes

Die Global Code of Ethics der Welttourismusorganisation (1999) sowie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (2011) haben einen Rahmen für Verantwortung und Nachhaltigkeit im Tourismussektor geschaffen. Sozialem Engagement und ethischen Überlegungen öffnete sich die Branche auch, weil Kund_innen zunehmend soziale Verantwortung verlangen.

Wirtschaft und Kinderrechte

UNICEF hat entsprechend der UN-Leitprinzipien Grundsätze zum Schutz und zur Förderung von Kinderrechten durch Unternehmen erstellt (2012). Alle Unternehmen sollen unter anderem:

  • zur Abschaffung von Kinderarbeit im Rahmen ihrer gesamten Geschäftstätigkeit sowie in all ihren Geschäftsbeziehungen beitragen;
  • in ihrer gesamten Geschäftstätigkeit und allen betrieblichen Einrichtungen den Schutz und die Sicherheit von Kindern gewährleisten;
  • dafür Sorge tragen, dass ihre Sicherheitsdienste die Kinderrechte achten und fördern;
  • ihren Beitrag zum Schutz von Kindern in Notsituationen leisten.

Der Kinderschutzkodex für Tourismusunternehmen

Der Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus (kurz: Kinderschutzkodex) wurde 1996 von ECPAT zusammen mit Reiseveranstaltern und der Welttourismusorganisation entwickelt. Er beinhaltet sechs Kriterien für Unternehmen, die Kinderschutzmaßnahmen implementieren möchten:

  1. Festlegung von unternehmenspolitischen Leitlinien und Vorgehensweisen gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.
  2. Schulung von Mitarbeitenden in Bezug auf die Rechte von Kindern, die Prävention von sexueller Ausbeutung und die Etablierung von Meldemechanismen für Verdachtsfällen.
  3. Aufnahme einer Klausel in die Verträge innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette mit Hinweis auf eine gemeinsame Ablehnung und Nulltoleranzpolitik in Bezug auf sexuelle Ausbeutung von Kindern.
  4. Bereitstellung von Informationen für Reisende über die Rechte von Kindern, die Prävention von sexueller Ausbeutung von Kindern und die Meldemechanismen für Verdachtsfällen.
  5. Unterstützung, Kooperation und Einbeziehung des Engagements von Kooperationspartnern und anderen Akteuren im Hinblick auf die Prävention von sexueller Ausbeutung von Kindern.
  6. Jährliche Berichterstattung an The Code über die Umsetzung des Kinderschutzkodexes und der entsprechenden Aktivitäten.

Für Unterzeichner des Kinderschutzkodex, die voluntouristische Produkte anbieten, gelten seit 2018 zusätzliche Kriterien. Diese sind in der Voluntourismus-Policy von The Code aufgeführt.

Koordinierung

Die Organisation The Code koordiniert den Kinderschutzkodex und begleitet seine Unterzeichner. Weltweit setzen bereits 316 Mitgliedsunternehmen aus 48 Ländern Kinderschutzmaßnahmen im Rahmen ihrer Unterzeichnung des Kinderschutzkodex um. Auch der Deutsche ReiseVerband (DRV) hat 2001 als erster Verband in Deutschland den Kinderschutzkodex unterzeichnet. Mittlerweile sind ihm weitere Verbände und touristische Unternehmen gefolgt.

ECPAT als „Local Code Representative“

In Deutschland unterstützt ECPAT als „Local Code Representative“ (LCR) mit seiner Kinderschutzexpertise alle interessierten Unternehmen bei der Entwicklung konkreter Schritte zur Umsetzung des Kinderschutzkodex.

Konkrete Schritte zur Umsetzung des Kinderschutzkodex

Der erste Schritt ist die Erarbeitung eines unternehmenseigenen Aktionsplans entlang der sechs Kriterien des Kinderschutzkodex. Dabei geht es darum festzulegen, welche Maßnahmen das Unternehmen kurz-, mittel und langfristig im Bereich Kinderschutz ergreifen wird.

Wird die Mitgliedschaft des Unternehmens durch ECPAT Deutschland befürwortet, überprüft The Code alles und nimmt das Unternehmen bei positiver Entscheidung auf. Viele Unternehmen entscheiden sich für eine öffentliche Unterzeichnungszeremonie, bspw. auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB).

Die Umsetzung der Aktivitäten wird von ECPAT durch Beratung und Schulung begleitet. Es erfolgt eine jährliche Berichterstattung an The Code sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Aktionsplans.

Kampagne „Nicht Wegsehen” – “Don’t look away!”

Im Rahmen der Kampagne „Nicht Wegsehen“ arbeiten Politik, Tourismuswirtschaft, Zivilgesellschaft und Polizei eng zusammen, um Kinder besser vor sexueller Ausbeutung zu schützen.

Ein Multi-Stakeholder-Bündnis für vertrauensvolle Kooperation

Auf Initiative des deutschen und österreichischen Wirtschaftsministeriums wurde 2010 ein Bündnis aus Ministerien, Tourismuswirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und Strafverfolgung in den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz geschaffen. Die Kooperationspartner bekennen sich damit zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und setzen die Notwendigkeit einer vertrauensvollen Kooperation um, um Kinder und Jugendliche effektiver vor sexueller Ausbeutung zu schützen. Mittlerweile hat sich das Multi-Stakeholder-Bündnis um vier  EU-Länder erweitert: Luxemburg, Frankreich, Polen und die Niederlande.

Die internationale Meldeplattform

In dem an die Kampagne angelehnten EU-geförderten Projekt „Don’t look away!“ (2012-2015) wurden alle bestehenden nationalen Meldemechanismen der Partnerländer zusammengeführt. Seit Mai 2014 ist die internationale Meldeplattform dontlookaway.report online.

Mit dem EU-geförderten Projekt „Alert Alert Actors“ (2018-2020) soll die Meldeplattform weiter gestärkt und verbreitet werden. Ausführliche Informationen zum „Alert Actors Report“- Projekt finden Sie hier.

Wie melde ich Verdachtsfälle?

Der Klick auf die deutsche Länderflagge verbindet zur deutschen Seite www.nicht-wegsehen.net und bietet Reisenden zwei Möglichkeiten, Verdachtsfälle von sexueller Ausbeutung von Kindern zu melden:

  • Sie möchten eine Straftat melden? Hier finden Sie eine direkte Weiterleitung an die zuständige Stelle beim Bundeskriminalamt.
  • Sie sind sich nicht sicher, ob es sich bei der von Ihnen beobachteten Situation um eine Kindesgefährdung handelt und diese als Straftat gilt? Hier können Sie Ihre Beobachtungen ECPAT Deutschland e. V. mitteilen.

Sexuelle Ausbeutung von Kindern ist nicht immer leicht zu erkennen.

Sehen Sie nicht weg – zeigen Sie Zivilcourage! Melden Sie Hinweise und Verdachtsfälle sexueller Ausbeutung von Kindern.

Wer sind die Täterinnen und Täter?

Die „Global Study” bestätigt, dass es den typischen reisenden Sexualstraftäter nicht gibt und dass das stereotype Profil des internationalen Touristen – als westlicher, reicher, pädophiler Mann mittleren Alters – ausgedient hat. Die Mehrzahl der Täter und auch Täterinnen stammt nicht aus fernen Ländern, sondern für gewöhnlich aus demselben Land oder derselben Region. In der Vergangenheit wurde zu wenig Augenmerk auf andere Tätertypen gelegt – wie z.B. Geschäftsreisende, Migranten oder Gelegenheitsarbeiter. Darüber hinaus wurde bisher auch die internationale Gruppe der Freiwilligen sowie der Mitglieder von Friedensmissionen und der Mitarbeitende im Bereich humanitäre Hilfe unterschätzt, die aus unterschiedlichen Gründen reisen, aber nicht im klassischen Sinne Tourist_innen sind.

Sexualstraftäter_innen, die Kinder sexuell missbrauchen und ausbeuten, kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen.

Straftäterinnen und -täter, die Kinder sexualisierte Gewalt antun, kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik(PKS) sind die meisten Täter männlich. Im Bereich von sexueller Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist anzunehmen, dass wir es auch hier in der Mehrzahl mit Männern zu tun haben. Es sind jedoch auch Fälle mit Täterinnen bekannt. Darüber hinaus spielen Frauen insbesondere in der Vermittlung von Kindern für Ausbeutungszwecke eine große Rolle.

Oft werden Täter als „Pädophile“ bezeichnet, doch dies entspricht nicht der realen Situation: Pädophilie ist eine Störung der Sexualpräferenz und macht pädophile Menschen nicht unwillkürlich zu Sexualstraftätern. Bei Tätern handelt es sich überwiegend um Männer, die sich sexuell nicht vorrangig zu Kindern hingezogen fühlen, sondern ihre Machtposition sowie entsprechende Gelegenheiten ausnutzen.

 Extraterritorialitäts-Prinzip

Nach dem deutschen Strafgesetzbuch können Sexualstraftaten gemäß § 5 Nr. 8 StGB auch dann in Deutschland verfolgt werden, wenn die Tat im Ausland begangen wurde.

ECPAT Deutschland hat im Rahmen der Studie „Viele Fälle – wenig Verurteilungen“ (2016) untersucht, wie viele Fälle des sexuellen Missbrauchs/der Ausbeutung von Kindern durch deutsche Staatsangehörige im Ausland vor deutsche Gerichte gebracht wurden. Für den Zeitraum 2005-2015 konnten lediglich 36 Verfahren identifiziert werden. Dies zeugt von der Notwendigkeit einer stärkeren und zielführenderen internationalen Zusammenarbeit von Justiz du Strafverfolgungsbehörden.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Im September 2015 haben sich Vertreter_innen der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen für den UN-Gipfel zur nachhaltigen Entwicklung in New York getroffen um die Post-2015-Entwicklungsagenda zu entwickeln. Auf dem Gipfel wurden 17 Ziele und 169 Unterpunkte für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) beschlossen, die bis 2030 erreicht werden sollen, die Millennium Development Goals ablösen und für jedes Land gelten.

Ziele zum Schutz vor sexueller Ausbeutung

Die Ziele 5, 8 und 16 beinhalten konkrete Maßnahmen, die die Mitgliedsstaaten ergreifen müssen, um Kinder vor sexueller Ausbeutung zu schützen:

  • eliminate all forms of violence against girls (Ziel 5.2)
  • secure the prohibition and elimination of the worst forms of child labour by 2025 (Ziel 8.7)
  • end abuse, exploitation, trafficking and all forms of violence against and torture of children (Ziel 16.2)

Noch lange nicht nachhaltig
In dem Bericht (2016) „Noch lange nicht nachhaltig“, kritisiert ein breites Bündnis der Zivilgesellschaft allerdings, dass Deutschland die meisten SDGs (noch) nicht effektiv umsetzt.

Zusammen mit Partnerorganisationen aus aller Welt fordert ECPAT in einer gemeinsamen Deklaration eine grundlegende Trendwende im Tourismus, die eine verbindliche Orientierung des Tourismus an allen Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und an internationalen Kinderrechtsstandards sowie eine stärkere Beteiligung der Kinder bewirken soll.

Voluntourismus

Die Verbindung von Reisen mit freiwilligem Engagement birgt zahlreiche Schutzlücken, wenn der Freiwilligendienst den Umgang mit Kindern beinhaltet.

Viele Reisende haben heute den Wunsch nach mehr als nur Urlaub: Sie suchen nach authentischen Erfahrungen, direkten Begegnungen, nach der Möglichkeit, sich – und auch den eigenen Lebenslauf – im Urlaub weiter zu entwickeln. Diese Wünsche und Vorstellungen treffen auf Seiten von (Hilfs-) Projekten in vielen Teilen der Welt auf den Bedarf an Unterstützung.

Wenn Reiseveranstalter auf diese touristischen Wünsche antworten wollen, stellt die Gestaltung eines touristischen Angebots, das Urlaub und „Helfen“ verbindet, erhebliche Anforderungen an die Unternehmen. Nichtregierungsorganisationen diskutieren diesen neuen Trend des Voluntourismus kritisch.

Risiken für Kinder

Projekte mit Kindern sind bei den Freiwilligen und den Anbietern besonders beliebt, weil sie abwechslungsreiche Aktivitäten versprechen und ein sinnhaftes Sich-Einbringen einfach erscheint. Gleichzeitig erfordern aber gerade diese Angebote besondere Sorgfalt bei der Vorbereitung und Durchführung, da sie erhebliche Risiken im Kindesschutz aufweisen. Ungenügende Betreuung der Freiwilligen eröffnen Räume und Möglichkeiten für grenzüberschreitende Situationen – z. B. sexuelle Übergriffe. 

Kinderschutz einfordern

Vor der Auswahl von Projekten mit Kindern ist folgendes zu hinterfragen:

  • Verfolgt der Veranstalter eine Kinderschutzstrategie?
  • Findet eine besondere Sensibilisierung der Teilnehmenden für die Rechte von Kindern statt?
  • Wie viele hauptamtliche Beschäftigte hat das Projekt und im Vergleich dazu wie viele Freiwillige?
  • Wie gestaltet sich die Vorbereitung/Einarbeitung?
  • Welche Funktion und Verantwortung erhalten Freiwillige und wie werden sie vorgestellt?
  • Gibt es klare Kontaktpersonen, an welche bspw. Missstände/Vorfälle kommuniziert werden können?

Förderung von Kinderhandel vermeiden!

Ganz deutlich spricht sich ECPAT gegen eine kurzzeitige Projektarbeit in Waisenhäusern aus. Dies hat für alle Beteiligten einen geringen Nutzen. Auch haben die Kinder in vielen Ländern noch Angehörige und werden mit dem Versprechen auf Bildung und ein besseres Leben aus ihren Familien gelockt. Voluntourismus kann somit unbeabsichtigt Korruption und Kinderhandel fördern.

Kurzfristige Aufenthalte von ungeschulten und unvorbereiteten Freiwilligen in Waisenhäusern oder stationären Einrichtungen für Kinder sieht ECPAT als höchst problematisch an. Als Local Code Representativ (LCR) setzt sich ECPAT Deutschland e.V. daher für die Umsetzung der Kriterien der Voluntourismus-Policy des Kinderschutzkodex von The Code ein.

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