Sexuelle Ausbeutung Online

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Sexuelle Ausbeutung Online 2018-08-10T11:24:51+00:00

Sexuelle Ausbeutung online

Internet, Handy und soziale Medien gehören zu unserem Alltag und auch Kinder und Jugendliche verbringen sehr viel Zeit online. Die virtuelle Welt birgt jedoch viele Risiken für Minderjährige, z. B. Opfer von Gewalt und Missbrauch zu werden. Die Dunkelziffer von sexuellem Missbrauch über das Internet ist sehr hoch und der Bedarf an Aufklärung groß.

 

Was sind Missbrauchsdarstellungen?

Missbrauchsdarstellungen zeigen sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern oder Jugendlichen. Jede Missbrauchsdarstellung ist der dokumentierte Missbrauch eines Kindes. Daher ist der Begriff „Kinderpornografie“ zu vermeiden, um zu verdeutlichen, dass es keine erlaubten sexualisierten Darstellungen von Kindern geben kann. >>

Was ist (Cyber-)Grooming?

Grooming ist die Anbahnung sexueller Kontakte mit Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene online. Erwachsene geben sich im Internet häufig als Jugendliche aus und versuchen so, sich das Vertrauen der Minderjährigen zu erschleichen. >>

Was ist Sexting?

Sexting ist weit verbreitet bei Jugendlichen. Es war ursprünglich das „Texten“, also Schreiben über sexuelle Themen, hat sich aber schnell vom Schreiben zum Senden von Bildern entwickelt. >>

Was ist Webcam-Ausbeutung?

Webcam Ausbeutung ist die Umschreibung für den sexuellen Missbrauch Minderjähriger vor der Webkamera. Die Täter_innen bezahlen vorab per Kreditkarte für das Zusehen und die online Interaktion mit dem Kind, ohne direkten physischen Kontakt zu dem Opfer. >>

Wie können wir Kinder und Jugendliche schützen?

Aufklärung über Risiken der digitalen Welt und das „Nicht Wegsehen“ sind die ersten Schritte für Eltern, Erziehungsberechtigte und Pädagog_innen, um Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Inhalten und ungewollten Kontakten im Netz zu schützen. >>

Was sind Missbrauchsdarstellungen?

Was sind Missbrauchsdarstellungen?

Missbrauchsdarstellungen zeigen sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern oder Jugendlichen. Jede Missbrauchsdarstellung ist der dokumentierte Missbrauch eines Kindes. Daher ist der Begriff „Kinderpornografie“ zu vermeiden, um zu verdeutlichen, dass es keine erlaubten sexualisierten Darstellungen von Kindern geben kann.

Es gibt keine Sexualität mit Kindern, denn sexuelle Handlungen an oder mit Kindern sind immer sexuelle Gewalt. Laut Empfehlung des unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs sind statt „Kinderpornografie“ die Begriffe Missbrauchsabbildungen oder Missbrauchsfilme zu verwenden.

Was sind Posing Bilder?

Posing Bilder zeigen Kinder in unnatürlich geschlechtsbetonter Haltung oder fokussieren ausschließlich die Geschlechtsorgane des abgebildeten Kindes, ohne direkte sexuelle Handlung.

Der Besitz, der Erwerb und die Verbreitung sowohl von Posing Bildern als auch von Missbrauchsdarstellungen sind strafbar!

Der Besitz, der Erwerb oder die Verbreitung von „kinderpornografischen Schriften“, wie sie der Gesetzgeber nennt, ist gemäß § 184b Strafgesetzbuch (StGB) strafbar. Solche Missbrauchsdarstellungen zeigen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen unter 14 Jahren. Die Darstellungen von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, also die Verbreitung von „jugendpornografischen Schriften“, ist gemäß § 184c StGB ebenfalls strafbar.

Was ist (Cyber-)Grooming?

Was ist Cyber-Grooming?

Grooming ist die Anbahnung sexueller Kontakte mit Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene online. Erwachsene geben sich im Internet häufig als Jugendliche aus und versuchen so, sich das Vertrauen der Minderjährigen zu erschleichen.

Oft fragen Täter_innen nach intimen Informationen, verwickeln Kinder in sexualisierte Gespräche und ermutigen sie, aufreizende eindeutige Fotos und Videos von sich selbst zu schicken. Die Bilder der Betroffenen werden oft auch in einschlägigen Foren weitergegeben. Fühlen sich die betroffenen Mädchen und Jungen irgendwann verunsichert und möchten den Kontakt abbrechen, versuchen die Täter_innen ihre Opfer z. B. mit Drohungen einzuschüchtern. Häufig werden betroffene Kinder und Jugendliche außerdem mit den bereits erhaltenen Fotos erpresst („Du wolltest das ja auch, du hast ja mitgemacht“). Beides kann dazu führen, dass die Minderjährigen niemandem von den Vorkommnissen erzählen.

Cyber-Grooming ist eine Straftat!

Auch ohne reale Treffen findet gemäß § 176 StGB in vielen Fällen online sexueller Missbrauch statt: Wer vor einem Kind z. B. per Videostream sexuelle Handlungen vornimmt, macht sich strafbar. Cyber-Grooming kann jedoch auch zu einem physischen Treffen zwischen Täter_in und Kind führen, bei dem das Kind dann zu weiteren sexuellen Handlungen genötigt wird.

Was ist Sexting?

Sexting ist weit verbreitet bei Jugendlichen. Es war ursprünglich das „Texten“, also Schreiben über sexuelle Themen, hat sich aber schnell vom Schreiben zum Senden von Bildern entwickelt. 

Beim Sexting machen Jugendliche, entweder freiwillig oder durch Mobbing oder Manipulation gezwungen, erotische Fotos des eigenen Körpers und versenden diese über Handys oder Webcams. Damit ist viel Unwissenheit darüber, was mit den Bildern und Videos passieren kann, verbunden. Viele von diesen Aufnahmen werden unkontrolliert im Netz verbreitet und finden oftmals den Weg zu Pädosexuellen oder zu Kriminellen, die Profit aus dem sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen schlagen möchten.

Sexting ist eine Straftat, da die Verbreitung und der Besitz „kinderpornografischer Schriften“, also von Missbrauchsdarstellungen und Missbrauchsfilmen, gemäß § 184b StGB strafbar ist.

Was ist Webcam-Ausbeutung?

Was ist Webcam Ausbeutung?

Webcam Ausbeutung ist die Umschreibung für den sexuellen Missbrauch Minderjähriger vor der Webkamera. Die Täter_innen bezahlen vorab per Kreditkarte für das Zusehen und die online Interaktion mit dem Kind, ohne direkten physischen Kontakt zu dem Opfer.

Bekannt ist bislang, dass sich die Täter_innen vorwiegend in Industriestaaten aufhalten. Die betroffenen Kinder hingegen leben vor allem in Ländern des globalen Südens.

Wie viele Kinder sind betroffen?
In jedem Moment sind nach Angaben von Vereinten Nationen und FBI etwa 750.000 Täter_innen online auf der Suche nach minderjährigen Opfern. Durch die Sweetie-Kampagne im Jahr 2014 zeigte die niederländische Menschenrechtsorganisation terre des hommes in einem Versuch auf, dass die Täter_innen durchaus identifiziert werden können. Terre des hommes generierte einen Avatar, ein zehnjähriges philippinisches Mädchen namens Sweetie, und stellten es in öffentliche Chat-Rooms. Im Zeitraum von zehn Wochen wurde Sweetie von 20.000 Männern und Frauen kontaktiert, die auf der Suche nach Webcam-Sexshows mit vorpubertären Kindern waren. Davon hat tdh 1001 Personen in 71 Ländern identifiziert und die Beweise an die jeweiligen lokalen und nationalen Strafverfolgungsbehörden geschickt.

Wie können wir Kinder und Jugendliche schützen?

Immer mehr Kinder und Jugendliche verbringen sehr viel Zeit im Internet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie im Netz ein anderes Verhalten an den Tag legen als im wahren Leben und dabei unangenehme Erfahrungen machen können. Daher ist es wichtig, dass Sie als Vater, Mutter oder enge/r Vertraute/r das Online-Verhalten der Kinder in die Erziehung integrieren.

Offene Kommunikation: Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Online-Erfahrungen. Was macht ihnen Spaß und was ist eher unangenehm? Vermeiden Sie Kontrollverhalten! Stattdessen zeigen Sie Interesse und machen Sie ihnen klar, dass Sie bei Problemen für sie da sind.

Setzen Sie sich mit sozialen Netzwerken auseinander: Indem Sie sich über soziale Netzwerke informieren, können Sie bei Fragen und Problemen als Ansprechpartner_in für Ihre Kinder dienen.

Thematisieren Sie die Online-Profile Ihrer Kinder: Wie lässt sich ihr Profil interessant und doch privat gestalten? Wie können Sie sich positiv präsentieren? Auf was sollten sie dabei achtgeben? Welche Informationen gibt man Preis und welche nicht? Wenn Ihr Kind einverstanden ist, schauen Sie sich die Profile gemeinsam an, vor allem die veröffentlichten Bilder, den Nutzernamen und die Privatsphäre-Einstellungen. Wer hat Zugang zu den veröffentlichen Daten? Onlineprofile von Kindern und Jugendlichen sollten „privat“ bleiben und dies kann unter „Einstellungen“ festgelegt werden.

Suchen Sie Hilfe, um nicht länger online Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu nutzen: Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“  bietet an allen Standorten ein kostenloses und durch die Schweigepflicht geschütztes Behandlungsangebot für Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, online Missbrauchsdarstellungen von Kindern konsumieren und deshalb therapeutische Hilfe suchen.

 

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