Kinder und Flucht

Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Familie ihre Heimat verlassen mussten oder die unterwegs von ihren Angehörigen getrennt wurden, sind besonderen Risiken ausgesetzt und benötigen deshalb besonderen Schutz.

Fluchtursachen

Geflüchtete Kinder und Jugendliche, die sich allein auf den Weg machen bzw. von ihren Eltern getrennt wurden, sind besonders gefährdet, Opfer von Gewalt, Übergriffen sowie Ausbeutung und Menschenhandel zu werden. Dies betrifft sowohl die Reise selbst, wie auch den Aufenthalt nach der Ankunft. >>

Unterbringung in Deutschland

In Deutschland werden geflüchtete Minderjährige in Gemeinschafts- und Notunterkünften der Erstaufnahme, Nachfolgeunterkünften in den Kommunen, in Einrichtungen der Jugendhilfe, in Pflegefamilien oder in den einen Familien untergebracht. Doch es ist oft schwierig, die Kinder und Jugendlichen in einer Einrichtung zu halten. >>

Vormundschaft

Einer der zentralen Aspekte des Kinderschutzes im Kontext von Flucht und Migration sind Vormundschaftsregelungen. Der Vormund hat zur Aufgabe, die Interessen und das Wohl eines Kindes, das nicht unter elterlicher Sorge steht, in allen Angelegenheiten zu vertreten und zu befördern. So spielt der Vormund für den Schutz und die Sicherheit geflüchteter Kinder, die unbegleitet sind, eine wichtige Rolle. >>

Fluchtursachen

Geflüchtete Kinder und Jugendliche, die sich allein auf den Weg machen bzw. von ihren Eltern getrennt wurden, sind besonders gefährdet, Opfer von Gewalt, Übergriffen sowie Ausbeutung und Menschenhandel zu werden. Dies betrifft sowohl die Reise selbst, wie auch den Aufenthalt nach der Ankunft.

Die Gründe, den gewöhnlichen Wohnsitz zu verlassen, sind meist Krieg, bewaffnete Konflikte, Krisen und Gewalt, vor Unsicherheit in fragilen Staaten, Armut und Perspektivlosigkeit, Notsituationen und Naturkatastrophen, politischer Verfolgung oder Verfolgung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen oder religiösen Gruppe. Die allgegenwärtige sexuelle Gewalt in Kriegs- und Konfliktgebieten und in fragilen Staaten hat als Fluchtursache eine hohe Bedeutung. Kinder und Jugendliche sind zudem von kinderspezifischen Fluchtursachen betroffen. Dazu gehören unter anderem Erfahrungen oder Androhung von sexueller Gewalt, Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, Ausbeutung jeglicher Art, einschließlich Kinderarbeit, Kinderhandel oder Sklaverei, sexuelle Ausbeutung oder Ausbeutung im militärischen Bereich.

In einem Beitrag  für den Rundbrief “Perspektive 3/2020 ” des Flüchtlingsrat Baden-Württemberg bearbeitet ECPAT Deutschland die Situation minderjähriger Geflüchtete als Betroffene von Menschenhandel. Gewalt und sexuelle Ausbeutung sind als Fluchtursache und auf der Flucht so weit verbreitet, dass bei der Aufnahme von schutzsuchenden Kindern in Deutschland grundsätzlich von Gewalterfahrungen und konkreten Bedrohungen ausgegangen werden kann. Minderjährige Betroffene von Menschenhandel werden aber häufig nicht erkannt und erhalten so auch keinen Zugang zu spezifischer Hilfe.

Die Risikoanalyse der Kinderrechtsexpertin Daja Wenke im Auftrag von ECPAT verdeutlicht, dass sexuelle Gewalt und Ausbeutung, Bedrohungen und Angst für geflüchtete Kinder ein ständiger Begleiter sind. Oftmals sind Ausbeutung und Menschenhandel Ursache für die Flucht. Sie verweist auf die allgegenwärtige Gewalt und Ausbeutung in Kriegs- und Konfliktgebieten sowie in fragilen Staaten und bezeichnet sexuelle Gewalt als eine kinderspezifische Fluchtursache.

ECPAT Deutschland (2018) Risikoanalyse – 2015-2016 „Kinder auf der Flucht“ Risiken sexueller Gewalt für geflüchtete Kinder und Schutzbedarfe – Eine Bestandsaufnahme, Autorin: Daja Wenke

ECPAT hat auf Grundlage dieser Risikoanalyse Handlungsempfehlungen erarbeitet, die nach unserer fachlichen Einschätzung grundlegend sind, um den betroffenen Kindern Schutz und Unterstützung zukommen zu lassen.

ECPAT Deutschland (2018) Handlungsempfehlungen für Schutzmaßnahmen für geflüchtete Kinder angesichts der Risiken für sexuelle Gewalt.

Unterbringung in Deutschland