Schutzkonzepte für Institutionen & Organisationen

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Schutzkonzepte für Institutionen & Organisationen 2021-02-15T10:07:38+00:00

Schutzkonzepte für Institutionen & Organisationen

ECPAT Deutschland e.V sieht es als notwendig an, dass alle Institutionen und Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen im In- und Ausland in Kontakt kommen, über umfassende und individuell erarbeitete Kinderschutzkonzepte verfügen. Als innovatives Team mit hoher Methodenkompetenz, langjähriger Erfahrung und Expertise hinsichtlich Ausbeutungsrisiken bieten wir Beratung und Schulungen zu Kinderschutz an.

Bestandteile eines Schutzkonzepts & Bausteine einer Kinderschutzrichtlinie

Für die Ausgestaltung von sicheren Orten, an welchen Kinder und Jugendliche betreut werden oder ihre Freizeit verbringen, haben Organisationen und Institutionen sowie deren Mitarbeitende einen besonderen Schutzauftrag. Dabei geht es sowohl um Prävention von Gewalt als auch Intervention bei Verdachtsfällen. >>

Beschwerdeverfahren

Kinder und Jugendliche haben das verbriefte Recht, sich an den sie betreffenden Maßnahmen zu beteiligen und ihre Interessen auch in strukturelle Prozesse einzubringen. Organisationen und Institutionen, die direkt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, müssen ein Beschwerdeverfahren einrichten, in dem sie darüber Informationen erhalten, wohin sie sich um Rat und Hilfe bei grenzüberschreitendem Verhalten und Gewalt wenden können. >>

Projekt: SAFE PLACES

Das Projekt SAFE PLACES hat sich zum Ziel gesetzt, Kinderschutz-Konzepte zum Thema sexualisierte Gewalt mit Institutionen und Organisationen zu erarbeiten, zu begleiten, umzusetzen und zu evaluieren. Dabei geht es sowohl um Prävention als auch Intervention bei Verdachtsfällen. Gerade für die Ausgestaltung von Orten, an welchen Kinder und Jugendliche betreut werden oder ihre Freizeit verbringen, haben die Erwachsenen einen besonderen Schutzauftrag. >>

Bestandteile eines Schutzkonzepts & Bausteine einer Kinderschutzrichtlinie

Für die Ausgestaltung von sicheren Orten, an welchen Kinder und Jugendliche betreut werden oder ihre Freizeit verbringen, haben Organisationen und Institutionen sowie deren Mitarbeitende einen besonderen Schutzauftrag. Dabei geht es sowohl um Prävention von Gewalt als auch Intervention bei Verdachtsfällen.

Wichtig zu wissen ist, dass es keine ideale Kinderschutzrichtlinie gibt, sondern an die jeweilige Organisation und ihren Kontext angepasste Schutzmaßnahmen. Es handelt sich stets um einen Prozess und keine Einzelaktion. Es braucht die Beteiligung aller relevanter Akteur*innen, einschließlich Kindern und Jugendlichen, sowie ausreichend Zeit für individuelle Überlegungen.

Grob lassen sich die Bestandteile eines Schutzkonzeptes in die Bereiche Analyse, Prävention, Intervention und Aufarbeitung einteilen:

Bestandteile eines Schutzkonzeptes

 

Die folgenden einzelnen Elemente, welche hier in einem Prozess zu einem Schutzkonzept im Fokus stehen, sind in der Reihenfolge nicht festgelegt und sollten in Bezug auf den eigenen Kontext in Angriff genommen werden:

  • Meinungsbildung und ggf. Entscheidungsfindung – Rahmen und Zuständigkeiten innerhalb der Organisation klären, Bewusstwerdung der Thematik und ggf. Entscheidung für den Prozess, Erstberatung durch Externe, erste Prozessschritte.
  • Vorbereitung u.a. durch Basis-Training z.B. zu rechtlichem Rahmen, Gewaltformen sowie Möglichkeiten der Beteiligung inkl. Kinder- und Jugendpartizipation.
  • Bestandsaufnahme inkl. Potenzial- und Risikoanalyse
  • Fahrplan zur Richtlinien-Entwicklung und -Umsetzung
  • Entwicklung Richtlinie – hier ist vor allem die Entwicklung entlang folgender zentraler Elemente relevant: Grundlagen und Selbstverpflichtung, Personal und Strukturen inkl.Verhaltenskodex, Beschwerdemechanismus und Fallmanagement, Vernetzung und Partner*innen, Information und Fortbildung, Einhaltung, Evaluierung und Weiterentwicklung. Außerdem sind Querschnittsthemen wie Partizipation (inkl. von Kindern und Jugendlichen), Prävention, Systematisierung (inkl. Formate) und Wissensmanagement zu beachten.
  • Finalisierung der Richtlinie – Dokument(e) und Abstimmungsprozesse. Bis zur Finalisierung der Richtlinie und all ihrer Inhalte, Formate und Anhänge sind noch weitere Unterprozessschritte relevant. So muss z.B. der Verhaltenskodex entworfen, besprochen und entschieden werden. Beim Beschwerdemechanismus sind es Ablaufpläne, Meldeformate etc., die zu entwickeln, besprechen und entscheiden sind. Bei Fortbildungen bedarf es u.a. der Konzeptionierung von Einarbeitungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Umsetzung der Richtlinien-Inhalte
  • Begleitung, Einhaltung und Evaluation der Richtlinien

Das Kinderschutz-Haus dient einer zusammenfassenden Darstellung eines Schutzkonzepts mit den oben genannten Prozesselementen, den zentralen Bausteinen einer Richtlinie sowie den Querschnittsthemen Partizipation, Prävention, Wissensmanagement und Systematisierung.


Kinderschutz-Haus                

 

ECPAT Deutschland e.V. berät und unterstützt Sie gemeinsam mit einem professionellen Trainer*innenteam beim Prozess der Entwicklung und Implementierung einer Kinderschutzrichtlinie in Ihrer Organisation oder Institution – kommen Sie gerne auf uns zu!

Beschwerdeverfahren

Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich an den sie betreffenden Maßnahmen zu beteiligen und ihre Interessen auch in strukturelle Prozesse einzubringen. Organisationen und Institutionen, die direkt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, müssen ein Beschwerdeverfahren einrichten, in dem sie darüber Informationen erhalten, wohin sie sich um Rat und Hilfe bei grenzüberschreitendem Verhalten und Gewalt wenden können.

Die Organisation/Institution und ihre Mitarbeitenden sollten darauf hinarbeiten, Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung in ihren Rechten zu stärken und vor sexuellem, emotionalem oder physischem Missbrauch, Ausbeutung sowie Vernachlässigung zu schützen. Besonders Kinder in Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe haben ein Recht auf ein sicheres Umfeld, in dem die Einhaltung der Kinderrechte gewährleistet wird.

Das Bundeskinderschutzgesetz (BuKiSChG) schreibt die Anwendung von Beteiligungsverfahren und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche als Voraussetzung für die Erteilung einer Erlaubnis zum Betrieb einer Einrichtung fest. Kinder und Jugendliche haben einen eigenen Beratungsanspruch in Not- und Krisensituationen, auch ohne Kenntnis der Eltern.

Zur Umsetzung der sog. Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten müssen Kinder und Jugendliche zunächst über deren Rechte in der Einrichtung aufgeklärt sein. Zudem benötigt die Institution ein transparentes und schriftlich festgehaltenes Beschwerdeverfahren, in dem der Zugang zu Beschwerdemöglichkeiten für Kinder, Jugendliche, Mitarbeitende und Freiwillige und der Umgang sowie die Bearbeitung der Beschwerde beschrieben sind. Zusätzlich hat es sich bewährt, eine externe und unabhängige Ombudsstelle einzuführen.

Diese Vorkehrungen helfen dabei, allen oben genannten Personengruppen während und nach einem Vorfall oder einer Anschuldigung von Misshandlung oder einer Beschwerde Unterstützung zu bieten.

Projekt: SAFE PLACES

Das Projekt SAFE PLACES hat sich zum Ziel gesetzt, Kinderschutz-Konzepte zum Thema sexualisierte Gewalt mit Institutionen und Organisationen zu erarbeiten, zu begleiten, umzusetzen und zu evaluieren. Dabei geht es sowohl um Prävention als auch Intervention bei Verdachtsfällen. Gerade für die Ausgestaltung von Orten, an welchen Kinder und Jugendliche betreut werden oder ihre Freizeit verbringen, haben die Erwachsenen einen besonderen Schutzauftrag. Um Kinder wirksam zu schützen, benötigen Institutionen, Organisationen oder Vereine Strategien, um für Kinder sichere Orte zu entwickeln.
Dazu bietet ECPAT Beratung, Schulungen sowie Risikoanalysen und Evaluation. Außerdem umfassen die Projektaktivitäten auch Lobby-Arbeit, um die Rahmenbedingungen für Kinderschutz zu verbessern und zu standardisieren.

Wichtiger Bestandteil des Projektes ist ein partizipativer Prozess, der frühzeitig die Mitarbeitenden aktiv einbezieht. Außerdem wird im Rahmen der Projektaktivitäten auch die Partizipation von Kindern und Jugendlichen an den Prozessen gestärkt werden.

Eckdaten des Projektes:
Kooperationsprojekt mit Partnern aus Österreich zur Stärkung des Kinderschutzes in Österreich und Deutschland.

Laufzeit: 1. September 2019 – 31. August 2021

Projektleitung: ECPAT Österreich

Projektpartner: Netzwerk Kinderrechte Österreich, Bundesverband österreichischer Kinderschutzzentren, ECPAT Deutschland

Aktivitäten:
Beratung von Organisation und Institution, um eine Kindesschutz-Policy zu erarbeiten und umzusetzen
Schulung von Mitarbeitenden zum Thema
Lobby- und Advocacy-Arbeit
Länderübergreifenden Austausch
Entwicklung von Qualitätsstandards für Kinderschutz-Konzepte, insbesondere bzgl. Partizipation

Mit dem Projekt SAFE PLACES macht sich ECPAT dafür stark, dass jede Institution/Organisation die für oder mit Kindern und Jugendlichen arbeitet eine entsprechende Kinderschutz-Strategie hat und diese umsetzt.

Förderung durch die Europäische Union

Mehr zum Thema Schutzkonzepte:

Bundesinitative - Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften Gewaltschutz-gu.de

weitere folgen

VENRO - AG Kinderrechte

Verband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen         Mikroseite zu Kindesschutz in der Entwicklungszusammenarbeit
und Humanitären Hilfe

Kindernothilfe e.V. kindernothilfe.de/training&consulting

UBSKM

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des
sexuellen Kindesmissbrauchs                       beauftragter-missbrauch.de


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