Materialien & Publikationen

Hier finden Sie alle ECPAT Flyer, Dossiers, Publikationen, Stellungnahmen, Pressemitteilungen und Videos zum Downloaden.

Alle Printmaterialien können auf Anfrage über info@ecpat.de gegen Versandkosten bestellt werden.

Newsletter Herbst 2026

September 23rd, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, am 27. September ist Welttourismustag. Nicht nur aus Anlass dieses Tages, schauen wir bei ECPAT genau hin:  Wie können Kinder und Jugendliche auch im Tourismus wirksam vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt [...]

Lunch & Learn Kinderschutz: Kinderschutz konkret – Good Practice und neue Trends im Safeguarding

September 22nd, 2026|0 Comments

Oktober 2026 | 12:00–13:00 Uhr | Digital über Webex Safeguarding und Kinderschutz sind zentrale Qualitätskriterien in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe. Viele Organisationen verfügen bereits über Schutzkonzepte und praktische Erfahrungen. Gleichzeitig verändern sich Anforderungen [...]

Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen findet auch in Tourismusunterkünften in Deutschland statt

September 22nd, 2026|0 Comments

Download als PDF Freiburg, 22. September 2026 – Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein globales Problem. Weltweit nutzen Sexualstraftäter*innen touristische Infrastrukturen, um Kinder auszubeuten. Auch in Deutschland können Hotels, Ferienwohnungen und andere [...]

20. Oktober 2026, Fachtag in Regensburg: „Kinderschutz vor Menschenhandel: Interdisziplinäre Zusammenarbeit, regionale Strukturen und Handlungssicherheit stärken“

August 31st, 2026|0 Comments

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Ausbeutung und Menschenhandel erfordert das Zusammenspiel verschiedener Fachdisziplinen und Institutionen. Genau hier setzt unser Fachtag am 20. Oktober 2026 von 9:00 bis 15:00 Uhr in Regensburg an. [...]

Newsletter Herbst 2026

September 23rd, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, am 27. September ist Welttourismustag. Nicht nur aus Anlass dieses Tages, schauen wir bei ECPAT genau hin:  Wie können Kinder und Jugendliche auch im Tourismus wirksam vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt [...]

Lunch & Learn Kinderschutz: Kinderschutz konkret – Good Practice und neue Trends im Safeguarding

September 22nd, 2026|0 Comments

Oktober 2026 | 12:00–13:00 Uhr | Digital über Webex Safeguarding und Kinderschutz sind zentrale Qualitätskriterien in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe. Viele Organisationen verfügen bereits über Schutzkonzepte und praktische Erfahrungen. Gleichzeitig verändern sich Anforderungen [...]

Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen findet auch in Tourismusunterkünften in Deutschland statt

September 22nd, 2026|0 Comments

Download als PDF Freiburg, 22. September 2026 – Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein globales Problem. Weltweit nutzen Sexualstraftäter*innen touristische Infrastrukturen, um Kinder auszubeuten. Auch in Deutschland können Hotels, Ferienwohnungen und andere [...]

20. Oktober 2026, Fachtag in Regensburg: „Kinderschutz vor Menschenhandel: Interdisziplinäre Zusammenarbeit, regionale Strukturen und Handlungssicherheit stärken“

August 31st, 2026|0 Comments

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Ausbeutung und Menschenhandel erfordert das Zusammenspiel verschiedener Fachdisziplinen und Institutionen. Genau hier setzt unser Fachtag am 20. Oktober 2026 von 9:00 bis 15:00 Uhr in Regensburg an. [...]

Newsletter Herbst 2026

September 23rd, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, am 27. September ist Welttourismustag. Nicht nur aus Anlass dieses Tages, schauen wir bei ECPAT genau hin:  Wie können Kinder und Jugendliche auch im Tourismus wirksam vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt [...]

Lunch & Learn Kinderschutz: Kinderschutz konkret – Good Practice und neue Trends im Safeguarding

September 22nd, 2026|0 Comments

Oktober 2026 | 12:00–13:00 Uhr | Digital über Webex Safeguarding und Kinderschutz sind zentrale Qualitätskriterien in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe. Viele Organisationen verfügen bereits über Schutzkonzepte und praktische Erfahrungen. Gleichzeitig verändern sich Anforderungen [...]

Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen findet auch in Tourismusunterkünften in Deutschland statt

September 22nd, 2026|0 Comments

Download als PDF Freiburg, 22. September 2026 – Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein globales Problem. Weltweit nutzen Sexualstraftäter*innen touristische Infrastrukturen, um Kinder auszubeuten. Auch in Deutschland können Hotels, Ferienwohnungen und andere [...]

20. Oktober 2026, Fachtag in Regensburg: „Kinderschutz vor Menschenhandel: Interdisziplinäre Zusammenarbeit, regionale Strukturen und Handlungssicherheit stärken“

August 31st, 2026|0 Comments

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Ausbeutung und Menschenhandel erfordert das Zusammenspiel verschiedener Fachdisziplinen und Institutionen. Genau hier setzt unser Fachtag am 20. Oktober 2026 von 9:00 bis 15:00 Uhr in Regensburg an. [...]

PM: ECPAT Deutschland erhält Deutschen Kinderschutzpreis 2024 für herausragendes Engagement im Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung

May 8th, 2024|0 Comments

Freiburg, 08.05.2024 - ECPAT erhält für das langjährige und herausragende Engagement im Schutz vor sexueller Ausbeutung von Kindern den renommierten Deutschen Kinderschutzpreis. Wir sind dankbar für die Honorierung und Auszeichnung unserer Arbeit, die ohne [...]

Veröffentlichung der Webseite des Bundeskooperationskonzept (BKK) – Gemeinsam für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Handel und Ausbeutung

January 31st, 2024|0 Comments

Freiburg, 31.01.2024 - ECPAT Deutschland e.V. freut sich über den Launch der neuen Webseite für das Bundeskooperationskonzept (BKK). Die Website bündelt bundesweit Anlaufstellen zu Handel mit Kindern und macht diese für Fachkräfte leicht zugänglich. [...]

Pressemitteilung: Kinderrechtsorganisationen begrüßen Änderungen des Strafgesetzbuches bei Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder

December 19th, 2023|0 Comments

Freiburg, 19.12.2023 – Anlässlich des Vorhaben des Bundesjustizministeriums zur Anpassung der Mindeststrafen des §184b StGB veröffentlicht ECPAT Deutschland zusammen mit dem Deutschen Kinderhilfswerk, Innocence in Danger und Stiftung Digitale Chancen eine Pressemitteilung. ECPAT Deutschland, das Deutsche [...]

Newsletter Herbst 2026

September 23rd, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, am 27. September ist Welttourismustag. Nicht nur aus Anlass dieses Tages, schauen wir bei ECPAT genau hin:  Wie können Kinder und Jugendliche auch im Tourismus wirksam vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt [...]

Lunch & Learn Kinderschutz: Kinderschutz konkret – Good Practice und neue Trends im Safeguarding

September 22nd, 2026|0 Comments

Oktober 2026 | 12:00–13:00 Uhr | Digital über Webex Safeguarding und Kinderschutz sind zentrale Qualitätskriterien in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe. Viele Organisationen verfügen bereits über Schutzkonzepte und praktische Erfahrungen. Gleichzeitig verändern sich Anforderungen [...]

Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen findet auch in Tourismusunterkünften in Deutschland statt

September 22nd, 2026|0 Comments

Download als PDF Freiburg, 22. September 2026 – Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist ein globales Problem. Weltweit nutzen Sexualstraftäter*innen touristische Infrastrukturen, um Kinder auszubeuten. Auch in Deutschland können Hotels, Ferienwohnungen und andere [...]

20. Oktober 2026, Fachtag in Regensburg: „Kinderschutz vor Menschenhandel: Interdisziplinäre Zusammenarbeit, regionale Strukturen und Handlungssicherheit stärken“

August 31st, 2026|0 Comments

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Ausbeutung und Menschenhandel erfordert das Zusammenspiel verschiedener Fachdisziplinen und Institutionen. Genau hier setzt unser Fachtag am 20. Oktober 2026 von 9:00 bis 15:00 Uhr in Regensburg an. [...]

13. Oktober 2026, Digitale Schulung für Jugendämter in Westfalen-Lippe: Menschenhandel bei Kindern und Jugendlichen erkennen und handeln

August 10th, 2026|0 Comments

Für Fach- und Leitungskräfte aus den Jugendämtern in Westfalen-Lippe: Menschenhandel und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen stellen besondere Herausforderungen für den Kinderschutz dar. Wie können potenziell betroffene Kinder und Jugendliche erkannt und wirksam geschützt [...]

19. November 2026 Menschenhandel bei Minderjährigen erkennen: Digitale Fortbildung für mehr Handlungssicherheit für Vormund*innen

August 10th, 2026|0 Comments

Kinder und Jugendliche, die von Menschenhandel und Ausbeutung betroffen oder bedroht sind, brauchen besonders aufmerksame und handlungssichere Vormund*innen. Doch wie können Anzeichen erkannt und Gefährdungslagen richtig eingeordnet werden? Welche besonderen Schutz- und Unterstützungsbedarfe haben [...]

Unser Jahresbericht 2025 ist da

July 28th, 2026|0 Comments

Zwei Kampagnen mit und für junge Menschen, neue politische Netzwerke auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene und eine engere Verzahnung unserer Fachbereiche – 2025 hat ECPAT Deutschland auf vielen Ebenen Wirkung entfaltet. Unser öffentlicher Jahresbericht [...]

Kleine Beträge, gravierende Folgen – Finanztransaktionen zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen im digitalen Raum

July 6th, 2026|0 Comments

Freiburg, 06.07.2026 - ECPAT Deutschland veröffentlicht eine neue Studie zur wachsenden wirtschaftlichen Dimension digitaler sexualisierter Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird klar: Der Finanzsektor kann ein entscheidender Partner im Kinderschutz werden. Statt kriminelle Finanzströme ungewollt [...]

Newsletter Sommer 2026

June 17th, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, Digitale Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist längst zu einer der drängendsten Herausforderungen im Kinderschutz geworden. Cybergrooming, sexuelle Erpressung, Deepfakes und die Verbreitung von Darstellungen sexualisierter Gewalt zeigen, wie rasant sich Formen [...]

Neuer Leitfaden zu Kinderschutz im Tourismus

May 26th, 2026|0 Comments

Mit der neuen „Guidance for Risk Analysis“ stellt ECPAT International unterzeichnenden Unternehmen des Kinderschutzkodex ein praxisorientiertes Instrument zur Verfügung, um Risiken sexualisierter Gewalt und Ausbeutung gegen Kinder systematisch zu identifizieren, zu bewerten und wirksam zu adressieren. [...]

Anmeldung zur Fortbildungsveranstaltung

May 22nd, 2026|0 Comments

Kinderschutz konkret – Prävention von Gewalt gegen Kinder bei Auslandseinsätzen 2-tägige Fortbildung mit anschließenden fünf digitalen Beratungsterminen Wie können Organisationen Kinder im Kontext internationaler Einsätze besser schützen? Welche konkreten Maßnahmen helfen, Risiken frühzeitig zu [...]

Impuls-Vortrag: Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Ausland: Täterprofile und Präventionsansätze

April 13th, 2026|0 Comments

Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Ausland: Täterprofile, Trends und Prävention  Einblicke aus dem ECPAT „Lunch & Learn“-Webinar vom 25. März 2026  Mit Dr. Anneke Koning, Kriminologin und Assistenz-Professorin an der Freien Universität Amsterdam, Carlota Harmsen, Koordinatorin für Kinderschutz [...]

Newsletter Frühling 2026

April 1st, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, der März steht bei ECPAT traditionell im Zeichen des Tourismus – rund um die Internationale Tourismus-Börse in Berlin kamen wir mit Unternehmen, Politik und internationalen Partner*innen ins Gespräch. Ein besonderes Highlight in [...]

Stellungnahme zum Vorhaben der Europäischen Union zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im digitalen Raum: Verlängerung der Ausnahmeregelung (EU 2021/1232)

Freiburg, 07.02.2024 – ECPAT Deutschland e.V. begrüßt das Vorhaben der Europäischen Kommission zur Verlängerung der Richtlinie (EU) 2021/1232, die die  vorübergehenden Ausnahme von bestimmten Vorschriften der ePrivacy Richtlinie (2002/58/EG) regelt. Diese Ausnahmen gelten dem [...]

Offener Brief an die Europäische Union

Freiburg/Brüssel 1.06.2022 - ECPAT Deutschland begrüßt zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen den Vorschlag der Europäischen Kommission zur Vorbeugung und Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch. Lesen Sie hier den offenen Brief an die Europäische Union:  May2022Open [...]

Weitere Videos auf unserem YouTube-Kanal

Kinderschutz gehört ins Lehramtsstudium: Ein breites Bündnis fordert verbindliche Standards

Lehrkräfte sind wichtige Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche. Sie können Anzeichen von Gewalt erkennen, Unterstützung ermöglichen und dazu beitragen, dass Schulen sichere Orte sind. Doch dafür benötigen sie Wissen und Handlungssicherheit. Gemeinsam mit 15 Organisationen und Interessenvertretungen fordert ECPAT Deutschland deshalb, Kinderschutz verbindlich im Lehramtsstudium zu verankern.

Warum Kinderschutz in der Lehrkräftebildung unverzichtbar ist

Schule ist einer der wenigen Orte, an denen nahezu alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Lehrkräfte begleiten junge Menschen über einen langen Zeitraum, erleben sie in unterschiedlichen Situationen und können Veränderungen in ihrem Verhalten wahrnehmen. Damit kommt ihnen eine wichtige Rolle beim Schutz vor Gewalt zu.

Kinder und Jugendliche, die Gewalt erleben, sprechen häufig nicht unmittelbar darüber. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene mögliche Warnsignale erkennen, angemessen reagieren und betroffenen jungen Menschen Unterstützung anbieten können. Das gilt auch für sexualisierte Gewalt, die sowohl im familiären und sozialen Umfeld, im digitalen Raum, aber auch in pädagogischen Einrichtungen selbst stattfinden kann.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen die Zahlen: Im Jahr 2024 stellten die Jugendämter in Deutschland bei rund 72.800 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexualisierte Gewalt fest. Gegenüber 2019 entspricht das einem Anstieg von rund 31 Prozent. Darüber hinaus ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Gleichzeitig spielt Kinderschutz im Lehramtsstudium an den meisten Universitäten und in fast allen Bundesländern bislang keine oder nur eine geringe Rolle. Studierende können ihr Studium abschließen, ohne sich systematisch mit Kindeswohlgefährdung, Anzeichen von Gewalt oder angemessenen Handlungsmöglichkeiten auseinandergesetzt zu haben.

Ob betroffene Kinder und Jugendliche auf eine sensibilisierte und handlungssichere Lehrkraft treffen, darf aber nicht vom Zufall abhängen. Kinderschutz muss deshalb fester Bestandteil der professionellen Ausbildung aller Lehrkräfte werden.

Schule als Schutzraum – und als Ort, an dem Gewalt stattfinden kann

Schule kann für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Schutzraum sein, insbesondere dann, wenn sie außerhalb der Schule Gewalt erfahren. Voraussetzung dafür ist, dass Lehrkräfte wissen, wie sie bei Verdachtsfällen vorgehen, Gespräche mit betroffenen Kindern führen und Unterstützung durch Fachberatungsstellen oder Jugendämter einbeziehen können.

Gleichzeitig ist Schule selbst kein gewaltfreier Raum. Auch dort können Kinder und Jugendliche sexualisierte, körperliche oder psychische Gewalt erleben – sei es durch Lehrkräfte oder durch Mitschüler*innen. Ein wirksamer Kinderschutz muss daher sowohl den Schutz vor Gewalt außerhalb der Schule als auch den Schutz innerhalb pädagogischer Einrichtungen berücksichtigen.

Institutionelle Schutzkonzepte, klare Zuständigkeiten und verbindliche Verfahren für den Umgang mit Hinweisen auf Gewalt sind unabdingbar. Solche Strukturen können jedoch nur dann wirksam umgesetzt werden, wenn pädagogische Fachkräfte entsprechend qualifiziert sind.

Auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hat Deutschland bereits 2022 dazu aufgefordert, Berufsgruppen, die mit und für Kinder arbeiten, einschließlich angehender Lehrkräfte, im Erkennen von Gewalt und im angemessenen Reagieren darauf zu schulen.

Ein breites Bündnis fordert verbindliche Veränderungen

Vor diesem Hintergrund hat ECPAT Deutschland ein gemeinsames Forderungspapier mit einem breiten Bündnis aus Studierenden-, Lehrkräfte-, Schüler*innen-, Eltern- und Betroffenenvertretungen mitgezeichnet. Das am 14. Oktober 2026 vorgestellte Papier richtet sich insbesondere an die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Länder. Ziel ist es, Kinderschutz strukturell und verbindlich in der Ausbildung angehender Lehrkräfte zu verankern.

Das Bündnis formuliert fünf zentrale Forderungen:

  1. Ein verpflichtendes Kinderschutzmodul in allen Lehramtsstudiengängen in allen 16 Bundesländern
  2. Einheitliche Mindestinhalte
  3. Strukturelle und verbindliche Einbindung von Betroffenenperspektiven
  4. Ressourcen und Hochschulfinanzierung
  5. Partizipative Mitgestaltung durch Studierende

Kinderschutz muss Bestandteil professioneller Ausbildung sein

Für ECPAT Deutschland ist die verbindliche Verankerung von Kinderschutz in der Lehrkräftebildung ein wichtiger Schritt hin zu einem wirksameren Schutz vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung. Prävention darf nicht erst dann beginnen, wenn ein Verdacht vorliegt oder Gewalt bereits bekannt geworden ist. Sie setzt voraus, dass pädagogische Fachkräfte Risiken verstehen, Warnsignale ernst nehmen und wissen, wie sie handeln können.

Ein verbindliches Kinderschutzmodul schafft dafür eine wichtige Grundlage. Es ersetzt weder institutionelle Schutzkonzepte noch spezialisierte Fachberatung. Es kann aber dazu beitragen, dass angehende Lehrkräfte besser auf ihre Verantwortung vorbereitet werden und Kinderschutz im Schulalltag nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Denn jedes Kind hat das Recht, in der Schule gesehen, gehört und geschützt zu werden.

Das Forderungspapier „Gewalt gegen Kinder – Kinderschutz in das Lehramtsstudium“ wurde am 14. Oktober 2026 von einem breiten Bündnis aus Studierenden-, Lehrkräfte-, Schülerinnen-, Eltern- und Betroffenenvertretungen bei einer Veranstaltung im Mehringhof in Berlin vorgestellt.

Digitaler Kinderschutz in der EU: Warum es jetzt eine dauerhafte Regelung braucht

Eins von fünf Kindern und Jugendlichen in Europa ist von sexualisierter Gewalt und betroffen. Alle zwei Sekunden werden mindestens zwei Bilder oder Videos von sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige online geteilt. Allein in Deutschland erhielt jugendschutz.net 2025 rund 14.000 Meldungen und das Bundeskriminalamt registrierte im selben Jahr rund 50.000 Fälle von Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Hinter jedem Bild steht ein betroffenes Kind, das mit Traumatisierung, der schweren Verletzung seiner Rechte und der fortgesetzten Verbreitung der Aufnahmen leben muss. Deutschland und die EU sind verpflichtet, Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen – das gilt auch für den digitalen Raum.

Seit 2022 verhandelt die EU über eine Verordnung „zur Festlegung von Vorschriften zur Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern“ (2022/0155(COD)), kurz CSA-Verordnung (CSA – Child Sexual Abuse). Sie soll Plattformen dazu verpflichten, sexualisierte Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum proaktiv zu bekämpfen.

Inzwischen verhandeln EU-Kommission, Rat und Parlament im Trilog über den Auch in dieser Phase ist es wichtig, dass sich Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit einbringen, um Kinderrechte zu stärken und hohe Standards für den Kinderschutz – auch aufseiten der Plattformen – zu sichern.

Aktuell gibt es nur eine befristete Ausnahmeregelung, die im Juli 2026 bis April 2028 verlängert wurde. Sie erlaubt es Plattformen überhaupt erst, nach Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu suchen – allerdings nur freiwillig, ohne Verpflichtung und ohne einheitliche Mindeststandards. Die Verordnung soll einen dauerhaften rechtlichen Rahmen schaffen, der darüber hinausgeht: Durch verpflichtende Risikoanalysen und weitere Vorgaben soll sie einheitliche Mindeststandards festlegen und es Plattformen zugleich ermöglichen, ihre Angebote so sicher wie möglich zu gestalten.

Warum eine dauerhafte Regelung entscheidend ist

Beim US-amerikanischen National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC), an das Anbieter weltweit Verdachtsfälle melden, gingen 2025 Meldungen zu 61,8 Millionen Dateien mit Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein. 99 Prozent davon meldeten Plattformen, die sie mithilfe von Erkennungstechnologien gefunden hatten. Solange diese Suche nur auf einer befristeten Ausnahmeregelung beruht, drohen Schutzlücken. Es braucht deshalb eine verlässliche, dauerhafte Grundlage.

Aus Sicht von ECPAT Deutschland muss die CSA-Verordnung insbesondere:

  1. Kinderschutz von Anfang an mitdenken: Anbieter müssen , ihre Dienste kindgerecht zu gestalten (Children Rights & Safety by Design), Risiken zu bewerten und wirksam zu verringern.
  2. Alle Formen sexualisierter Gewalt erfassen: Die Verordnung muss sowohl bekannte als auch bislang unbekannte Darstellungen abdecken, einschließlich KI-generierter Inhalte, und ebenso Cybergrooming.
  3. Eine dauerhafte Rechtsgrundlage schaffen: Plattformen müssen weiterhin eigeninitiativ suchen dürfen. Anbieter mit hohem Risiko müssen zum Erkennen, Melden und Entfernen verpflichtet werden.
  4. Grundrechte absichern: Starke Schutzmechanismen müssen sexualisierte Gewalt und Ausbeutung verhindern und gleichzeitig die Rechte aller Nutzenden, auch auf Privatsphäre, wahren.
  5. Ein starkes EU-Zentrum einrichten: Ein gut ausgestattetes EU-Zentrum soll Maßnahmen europaweit koordinieren und Betroffene unterstützen.

Werden Sie aktiv! Über ein Kampagnentool der Internet Watch Foundation können EU-Bürger*innen den Europaabgeordneten ihres Landes schreiben und sehen, wie diese im Juli über die Verlängerung der Ausnahmeregelung abgestimmt haben. Setzen auch Sie sich für digitale Kinderrechte ein: https://www.thepetitionnoonewouldsign.com/contact-your-mep

Über unseren Newsletter halten wir Sie zu diesem und weiteren kinderrechtlichen Themen auf dem Laufenden.

Webinar: Spotting the Signs – How Financial Institutions Can Help Combat Online Child Exploitation

29. Oktober 2026 | 12:30–14:00 Uhr | Digital via Webex

Digitale sexualisierte Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen hinterlassen nicht nur digitale, sondern auch finanzielle Spuren. Zahlungen können Teil der Ausbeutungsstrukturen sein und zugleich Hinweise auf entsprechende Aktivitäten liefern. Damit diese Zusammenhänge erkannt und für den Kinderschutz genutzt werden können, kommt auch Finanzinstituten eine wichtige Rolle zu.

ECPAT Deutschland lädt herzlich zum Webinar „Spotting the Signs: How Financial Institutions Can Help Combat Online Child Exploitation“ ein. Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten von Banken und anderen Finanzdienstleistern, ihre bestehenden Schutzmechanismen zu stärken und zur Prävention und Bekämpfung digitaler sexualisierter Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen beizutragen.

Grundlage des Webinars sind zentrale Erkenntnisse der Studie „Small Amounts, Grave Consequences: Financial Transactions for the Sexual Exploitation of Minors in the Digital Space“. Die Studie zeigt, welche Bedeutung Finanztransaktionen im Zusammenhang mit digitaler sexualisierter Ausbeutung haben können und welche Herausforderungen sich bei ihrer Erkennung stellen.

Ein besonderer Fokus des Webinars liegt auf den Schnittstellen zwischen Online-Plattformen und Finanzinstituten. Fragmentierte Informationen und fehlender Austausch können es erschweren, verdächtige Finanzströme zu erkennen und einzuordnen. Das Webinar soll Finanzdienstleistern Wissen und Ansatzpunkte vermitteln, um entsprechende Risiken besser zu verstehen und ihre Rolle im Kinderschutz weiterzuentwickeln.

Das Webinar richtet sich insbesondere an

  • Banken und andere Finanzdienstleister
  • Fachkräfte aus den Bereichen Compliance, Financial Crime und Prävention
  • Akteur*innen aus dem Bereich digitaler Kinderschutz
  • weitere Fachpersonen, die an der Bekämpfung digitaler sexualisierter Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen arbeiten

Veranstaltungsdetails

Datum: 29. Oktober 2026
Uhrzeit: 12:30–14:00 Uhr
Ort: Digital via Webex

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch!

Newsletter Herbst 2026

Liebe Leser*innen,

am 27. September ist Welttourismustag. Nicht nur aus Anlass dieses Tages, schauen wir bei ECPAT genau hin:  Wie können Kinder und Jugendliche auch im Tourismus wirksam vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt werden?
Kein Land und keine Destination ist immun gegen sexuelle Ausbeutung – das wissen wir seit langem. Trotzdem geht der Blick bei dem Thema oft schnell nach Asien, Lateinamerika und Afrika. Unsere neue Studie „Zwischen Anonymität und Verantwortung“ zeigt aber, dass auch Hotels und Ferienwohnungen in Deutschland zu Tatorten werden. Tourismusunternehmen sind ein zentraler Partner für besseren Kinderschutz:  Mitarbeitende können Warnsignale erkennen, Verdachtsfälle weitergeben und dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche schneller Hilfe bekommen. Aktuell fehlt es oft noch an Wissen und Handlungssicherheit sowie guten Kooperationsnetzwerken mit Fachberatungsstellen und Polizeien vor Ort. Gemeinsam mit der Branche wollen wir daran weiterarbeiten.

Auch darüber hinaus hat sich bei ECPAT einiges getan: Im Bereich Kinderschutz vor Menschenhandel haben wir uns unter anderem in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Menschenhandel eingebracht und zum zivilgesellschaftlichen Monitoring der UN-Kinderrechtskonvention beigetragen.
Im digitalen Kinderschutz beschäftigen uns schon seit langem die Auswirkungen neuer Technologien: Im Rahmen eines Expert*innen-Fachtags haben wir beraten, wie KI Kinder und Jugendliche immer mehr gefährdet, aber auch wie sie in Strafverfahren genutzt werden kann. Unsere Studie „Kleine Beträge, gravierende Folgen“ zeigt darüber hinaus, wie sexualisierte Gewalt monetarisiert wird und wie Zahlungsdienstleister die Aufdeckung verbessern können.

Entdecken Sie in diesem Newsletter aktuelle Entwicklungen, Projekte und Positionen aus der Arbeit von ECPAT Deutschland.

Kinderschutz gehört ins Lehramtsstudium: Ein breites Bündnis fordert verbindliche Standards

Lehrkräfte sind wichtige Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche. Sie können Anzeichen von Gewalt erkennen, Unterstützung ermöglichen und dazu beitragen, dass Schulen sichere Orte sind. Doch dafür benötigen sie Wissen und Handlungssicherheit. Gemeinsam mit 15 Organisationen und Interessenvertretungen fordert ECPAT Deutschland deshalb, Kinderschutz verbindlich im Lehramtsstudium zu verankern.

Warum Kinderschutz in der Lehrkräftebildung unverzichtbar ist

Schule ist einer der wenigen Orte, an denen nahezu alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Lehrkräfte begleiten junge Menschen über einen langen Zeitraum, erleben sie in unterschiedlichen Situationen und können Veränderungen in ihrem Verhalten wahrnehmen. Damit kommt ihnen eine wichtige Rolle beim Schutz vor Gewalt zu.

Kinder und Jugendliche, die Gewalt erleben, sprechen häufig nicht unmittelbar darüber. Umso wichtiger ist es, dass Erwachsene mögliche Warnsignale erkennen, angemessen reagieren und betroffenen jungen Menschen Unterstützung anbieten können. Das gilt auch für sexualisierte Gewalt, die sowohl im familiären und sozialen Umfeld, im digitalen Raum, aber auch in pädagogischen Einrichtungen selbst stattfinden kann.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen die Zahlen: Im Jahr 2024 stellten die Jugendämter in Deutschland bei rund 72.800 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexualisierte Gewalt fest. Gegenüber 2019 entspricht das einem Anstieg von rund 31 Prozent. Darüber hinaus ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Gleichzeitig spielt Kinderschutz im Lehramtsstudium an den meisten Universitäten und in fast allen Bundesländern bislang keine oder nur eine geringe Rolle. Studierende können ihr Studium abschließen, ohne sich systematisch mit Kindeswohlgefährdung, Anzeichen von Gewalt oder angemessenen Handlungsmöglichkeiten auseinandergesetzt zu haben.

Ob betroffene Kinder und Jugendliche auf eine sensibilisierte und handlungssichere Lehrkraft treffen, darf aber nicht vom Zufall abhängen. Kinderschutz muss deshalb fester Bestandteil der professionellen Ausbildung aller Lehrkräfte werden.

Schule als Schutzraum – und als Ort, an dem Gewalt stattfinden kann

Schule kann für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Schutzraum sein, insbesondere dann, wenn sie außerhalb der Schule Gewalt erfahren. Voraussetzung dafür ist, dass Lehrkräfte wissen, wie sie bei Verdachtsfällen vorgehen, Gespräche mit betroffenen Kindern führen und Unterstützung durch Fachberatungsstellen oder Jugendämter einbeziehen können.

Gleichzeitig ist Schule selbst kein gewaltfreier Raum. Auch dort können Kinder und Jugendliche sexualisierte, körperliche oder psychische Gewalt erleben – sei es durch Lehrkräfte oder durch Mitschüler*innen. Ein wirksamer Kinderschutz muss daher sowohl den Schutz vor Gewalt außerhalb der Schule als auch den Schutz innerhalb pädagogischer Einrichtungen berücksichtigen.

Institutionelle Schutzkonzepte, klare Zuständigkeiten und verbindliche Verfahren für den Umgang mit Hinweisen auf Gewalt sind unabdingbar. Solche Strukturen können jedoch nur dann wirksam umgesetzt werden, wenn pädagogische Fachkräfte entsprechend qualifiziert sind.

Auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hat Deutschland bereits 2022 dazu aufgefordert, Berufsgruppen, die mit und für Kinder arbeiten, einschließlich angehender Lehrkräfte, im Erkennen von Gewalt und im angemessenen Reagieren darauf zu schulen.

Ein breites Bündnis fordert verbindliche Veränderungen

Vor diesem Hintergrund hat ECPAT Deutschland ein gemeinsames Forderungspapier mit einem breiten Bündnis aus Studierenden-, Lehrkräfte-, Schüler*innen-, Eltern- und Betroffenenvertretungen mitgezeichnet. Das am 14. Oktober 2026 vorgestellte Papier richtet sich insbesondere an die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Länder. Ziel ist es, Kinderschutz strukturell und verbindlich in der Ausbildung angehender Lehrkräfte zu verankern.

Das Bündnis formuliert fünf zentrale Forderungen:

  1. Ein verpflichtendes Kinderschutzmodul in allen Lehramtsstudiengängen in allen 16 Bundesländern
  2. Einheitliche Mindestinhalte
  3. Strukturelle und verbindliche Einbindung von Betroffenenperspektiven
  4. Ressourcen und Hochschulfinanzierung
  5. Partizipative Mitgestaltung durch Studierende

Kinderschutz muss Bestandteil professioneller Ausbildung sein

Für ECPAT Deutschland ist die verbindliche Verankerung von Kinderschutz in der Lehrkräftebildung ein wichtiger Schritt hin zu einem wirksameren Schutz vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung. Prävention darf nicht erst dann beginnen, wenn ein Verdacht vorliegt oder Gewalt bereits bekannt geworden ist. Sie setzt voraus, dass pädagogische Fachkräfte Risiken verstehen, Warnsignale ernst nehmen und wissen, wie sie handeln können.

Ein verbindliches Kinderschutzmodul schafft dafür eine wichtige Grundlage. Es ersetzt weder institutionelle Schutzkonzepte noch spezialisierte Fachberatung. Es kann aber dazu beitragen, dass angehende Lehrkräfte besser auf ihre Verantwortung vorbereitet werden und Kinderschutz im Schulalltag nicht dem Zufall überlassen bleibt.

Denn jedes Kind hat das Recht, in der Schule gesehen, gehört und geschützt zu werden.

Das Forderungspapier „Gewalt gegen Kinder – Kinderschutz in das Lehramtsstudium“ wurde am 14. Oktober 2026 von einem breiten Bündnis aus Studierenden-, Lehrkräfte-, Schülerinnen-, Eltern- und Betroffenenvertretungen bei einer Veranstaltung im Mehringhof in Berlin vorgestellt.

Digitaler Kinderschutz in der EU: Warum es jetzt eine dauerhafte Regelung braucht

Eins von fünf Kindern und Jugendlichen in Europa ist von sexualisierter Gewalt und betroffen. Alle zwei Sekunden werden mindestens zwei Bilder oder Videos von sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige online geteilt. Allein in Deutschland erhielt jugendschutz.net 2025 rund 14.000 Meldungen und das Bundeskriminalamt registrierte im selben Jahr rund 50.000 Fälle von Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Hinter jedem Bild steht ein betroffenes Kind, das mit Traumatisierung, der schweren Verletzung seiner Rechte und der fortgesetzten Verbreitung der Aufnahmen leben muss. Deutschland und die EU sind verpflichtet, Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen – das gilt auch für den digitalen Raum.

Seit 2022 verhandelt die EU über eine Verordnung „zur Festlegung von Vorschriften zur Prävention und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern“ (2022/0155(COD)), kurz CSA-Verordnung (CSA – Child Sexual Abuse). Sie soll Plattformen dazu verpflichten, sexualisierte Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum proaktiv zu bekämpfen.

Inzwischen verhandeln EU-Kommission, Rat und Parlament im Trilog über den Auch in dieser Phase ist es wichtig, dass sich Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit einbringen, um Kinderrechte zu stärken und hohe Standards für den Kinderschutz – auch aufseiten der Plattformen – zu sichern.

Aktuell gibt es nur eine befristete Ausnahmeregelung, die im Juli 2026 bis April 2028 verlängert wurde. Sie erlaubt es Plattformen überhaupt erst, nach Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu suchen – allerdings nur freiwillig, ohne Verpflichtung und ohne einheitliche Mindeststandards. Die Verordnung soll einen dauerhaften rechtlichen Rahmen schaffen, der darüber hinausgeht: Durch verpflichtende Risikoanalysen und weitere Vorgaben soll sie einheitliche Mindeststandards festlegen und es Plattformen zugleich ermöglichen, ihre Angebote so sicher wie möglich zu gestalten.

Warum eine dauerhafte Regelung entscheidend ist

Beim US-amerikanischen National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC), an das Anbieter weltweit Verdachtsfälle melden, gingen 2025 Meldungen zu 61,8 Millionen Dateien mit Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein. 99 Prozent davon meldeten Plattformen, die sie mithilfe von Erkennungstechnologien gefunden hatten. Solange diese Suche nur auf einer befristeten Ausnahmeregelung beruht, drohen Schutzlücken. Es braucht deshalb eine verlässliche, dauerhafte Grundlage.

Aus Sicht von ECPAT Deutschland muss die CSA-Verordnung insbesondere:

  1. Kinderschutz von Anfang an mitdenken: Anbieter müssen , ihre Dienste kindgerecht zu gestalten (Children Rights & Safety by Design), Risiken zu bewerten und wirksam zu verringern.
  2. Alle Formen sexualisierter Gewalt erfassen: Die Verordnung muss sowohl bekannte als auch bislang unbekannte Darstellungen abdecken, einschließlich KI-generierter Inhalte, und ebenso Cybergrooming.
  3. Eine dauerhafte Rechtsgrundlage schaffen: Plattformen müssen weiterhin eigeninitiativ suchen dürfen. Anbieter mit hohem Risiko müssen zum Erkennen, Melden und Entfernen verpflichtet werden.
  4. Grundrechte absichern: Starke Schutzmechanismen müssen sexualisierte Gewalt und Ausbeutung verhindern und gleichzeitig die Rechte aller Nutzenden, auch auf Privatsphäre, wahren.
  5. Ein starkes EU-Zentrum einrichten: Ein gut ausgestattetes EU-Zentrum soll Maßnahmen europaweit koordinieren und Betroffene unterstützen.

Werden Sie aktiv! Über ein Kampagnentool der Internet Watch Foundation können EU-Bürger*innen den Europaabgeordneten ihres Landes schreiben und sehen, wie diese im Juli über die Verlängerung der Ausnahmeregelung abgestimmt haben. Setzen auch Sie sich für digitale Kinderrechte ein: https://www.thepetitionnoonewouldsign.com/contact-your-mep

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Webinar: Spotting the Signs – How Financial Institutions Can Help Combat Online Child Exploitation

29. Oktober 2026 | 12:30–14:00 Uhr | Digital via Webex

Digitale sexualisierte Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen hinterlassen nicht nur digitale, sondern auch finanzielle Spuren. Zahlungen können Teil der Ausbeutungsstrukturen sein und zugleich Hinweise auf entsprechende Aktivitäten liefern. Damit diese Zusammenhänge erkannt und für den Kinderschutz genutzt werden können, kommt auch Finanzinstituten eine wichtige Rolle zu.

ECPAT Deutschland lädt herzlich zum Webinar „Spotting the Signs: How Financial Institutions Can Help Combat Online Child Exploitation“ ein. Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten von Banken und anderen Finanzdienstleistern, ihre bestehenden Schutzmechanismen zu stärken und zur Prävention und Bekämpfung digitaler sexualisierter Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen beizutragen.

Grundlage des Webinars sind zentrale Erkenntnisse der Studie „Small Amounts, Grave Consequences: Financial Transactions for the Sexual Exploitation of Minors in the Digital Space“. Die Studie zeigt, welche Bedeutung Finanztransaktionen im Zusammenhang mit digitaler sexualisierter Ausbeutung haben können und welche Herausforderungen sich bei ihrer Erkennung stellen.

Ein besonderer Fokus des Webinars liegt auf den Schnittstellen zwischen Online-Plattformen und Finanzinstituten. Fragmentierte Informationen und fehlender Austausch können es erschweren, verdächtige Finanzströme zu erkennen und einzuordnen. Das Webinar soll Finanzdienstleistern Wissen und Ansatzpunkte vermitteln, um entsprechende Risiken besser zu verstehen und ihre Rolle im Kinderschutz weiterzuentwickeln.

Das Webinar richtet sich insbesondere an

  • Banken und andere Finanzdienstleister
  • Fachkräfte aus den Bereichen Compliance, Financial Crime und Prävention
  • Akteur*innen aus dem Bereich digitaler Kinderschutz
  • weitere Fachpersonen, die an der Bekämpfung digitaler sexualisierter Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen arbeiten

Veranstaltungsdetails

Datum: 29. Oktober 2026
Uhrzeit: 12:30–14:00 Uhr
Ort: Digital via Webex

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch!

Newsletter Herbst 2026

Liebe Leser*innen,

am 27. September ist Welttourismustag. Nicht nur aus Anlass dieses Tages, schauen wir bei ECPAT genau hin:  Wie können Kinder und Jugendliche auch im Tourismus wirksam vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt werden?
Kein Land und keine Destination ist immun gegen sexuelle Ausbeutung – das wissen wir seit langem. Trotzdem geht der Blick bei dem Thema oft schnell nach Asien, Lateinamerika und Afrika. Unsere neue Studie „Zwischen Anonymität und Verantwortung“ zeigt aber, dass auch Hotels und Ferienwohnungen in Deutschland zu Tatorten werden. Tourismusunternehmen sind ein zentraler Partner für besseren Kinderschutz:  Mitarbeitende können Warnsignale erkennen, Verdachtsfälle weitergeben und dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche schneller Hilfe bekommen. Aktuell fehlt es oft noch an Wissen und Handlungssicherheit sowie guten Kooperationsnetzwerken mit Fachberatungsstellen und Polizeien vor Ort. Gemeinsam mit der Branche wollen wir daran weiterarbeiten.

Auch darüber hinaus hat sich bei ECPAT einiges getan: Im Bereich Kinderschutz vor Menschenhandel haben wir uns unter anderem in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Menschenhandel eingebracht und zum zivilgesellschaftlichen Monitoring der UN-Kinderrechtskonvention beigetragen.
Im digitalen Kinderschutz beschäftigen uns schon seit langem die Auswirkungen neuer Technologien: Im Rahmen eines Expert*innen-Fachtags haben wir beraten, wie KI Kinder und Jugendliche immer mehr gefährdet, aber auch wie sie in Strafverfahren genutzt werden kann. Unsere Studie „Kleine Beträge, gravierende Folgen“ zeigt darüber hinaus, wie sexualisierte Gewalt monetarisiert wird und wie Zahlungsdienstleister die Aufdeckung verbessern können.

Entdecken Sie in diesem Newsletter aktuelle Entwicklungen, Projekte und Positionen aus der Arbeit von ECPAT Deutschland.

Newsletter Herbst 2026

September 23rd, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, am 27. September ist Welttourismustag. Nicht nur aus Anlass dieses Tages, schauen wir bei ECPAT genau hin:  Wie können Kinder und Jugendliche auch im Tourismus wirksam vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung geschützt [...]

Newsletter Sommer 2026

June 17th, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, Digitale Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist längst zu einer der drängendsten Herausforderungen im Kinderschutz geworden. Cybergrooming, sexuelle Erpressung, Deepfakes und die Verbreitung von Darstellungen sexualisierter Gewalt zeigen, wie rasant sich Formen [...]

Newsletter Frühling 2026

April 1st, 2026|0 Comments

Liebe Leser*innen, der März steht bei ECPAT traditionell im Zeichen des Tourismus – rund um die Internationale Tourismus-Börse in Berlin kamen wir mit Unternehmen, Politik und internationalen Partner*innen ins Gespräch. Ein besonderes Highlight in [...]

Newsletter Winter 2025

December 16th, 2025|0 Comments

Liebe Leser*innen, liebe Interessierte, liebe Unterstützer*innen, das Team von ECPAT Deutschland war auch im November und Dezember in Sachen Kinderschutz unterwegs und hat viele wichtige politische Gespräche geführt – sei es zur EU-Digitalpolitik, im [...]

Newsletter Herbst 2025

October 27th, 2025|0 Comments

Liebe Leser*innen, liebe Interessierte, liebe Unterstützer*innen, das Team von ECPAT Deutschland war auch im September und Oktober in Sachen Kinderschutz unterwegs und hat viele wichtige politische Gespräche geführt – sei es zur EU-Digitalpolitik, im [...]

Newsletter Sommer 2025

July 23rd, 2025|0 Comments

Liebe Leser*innen, liebe Interessierte und liebe Unterstützer*innen, Zwischen Fachtagungen, Netzwerktreffen und Planungsterminen war bei ECPAT in den letzten Wochen einiges los. Bevor viele von Ihnen und auch von uns in die wohlverdienten Sommerferien starten, [...]

ECPAT Newsletter Frühling 2025

June 11th, 2025|0 Comments

Liebe Leser*innen, liebe Interessierte und liebe Unterstützer*innen, mit dem Frühling erwacht nicht nur die Natur zu neuem Leben – auch unsere Arbeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung [...]

ECPAT Newsletter Winter 2024

December 4th, 2024|0 Comments

Freiburg, 04.12.2024 – Im dritten Newsletter dieses Jahr erfahrt ihr, was bei ECPAT in den letzten Monaten passiert ist in unseren Themenbereichen: Schutz im digitalen Raum, Schutz vor Menschenhandel, Schutz im Tourismus und Safeguarding. [...]

ECPAT Newsletter Sommer 2024

August 1st, 2024|0 Comments

Freiburg, 31.07.2024 – Im zweiten Newsletter dieses Jahr erfahrt ihr, was bei ECPAT in den letzten Monaten passiert ist in unseren Themenbereichen: Schutz im digitalen Raum, Schutz vor Menschenhandel, Schutz im Tourismus und Safeguarding. [...]